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(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Aufruf zur "friedlichen Revolution": Bin Laden schrieb Brief an alle US-Bürger

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden - der Mann, der für den Tod von rund 3000 Menschen am 11. September 2001 verantwortlich gemacht wird - wendet sich vor seinem Tod an alle US-Bürger. Und was er ihnen zu sagen hat, klingt wie ein schlechter Scherz.

Osama bin Laden hat vor seinem Tod einen Brief an die Amerikaner gerichtet. Darin forderte er sie auf, US-Präsident Barack Obama im Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen - und damit "die Menschheit zu retten". Das belegt ein neues Dokument aus seinem Testament, das von der US-Regierung veröffentlicht worden ist. Der Brief ist Teil des Materials, das am 2. Mai 2011 von Spezialkräften in Pakistan sichergestellt wurde - kurz nachdem Bin Laden getötet worden war. Er ist weder datiert noch unterzeichnet.

Einem Bericht von Reuters zufolge gehen die Ermittler davon aus, dass er kurz nach dem Amtsantritt von Obama im Jahr 2009 verfasst worden ist. In dem Schriftstück fordert der einstige Al-Kaida-Chef die westliche Welt dazu auf, den Klimawandel und nicht den Islam zu bekämpfen. "Dies ist der Kampf zwischen zwei der größten Kulturen auf der Erde - und er wird im Schatten katastrophaler Klimabedingungen geführt", so Bin Laden. Er rufe die Amerikaner zu einer "großen friedlichen Revolution" auf, um den Präsidenten vom "schädlichen Einfluss des Lobbyismus und Kapitals" zu befreien.

Appell zum zehnten 9/11-Jahrestag

Nach Ansicht des Terror-Chefs waren neben den Kriegen im Irak und Afghanistan sowohl die verfehlte Geldpolitik als auch der Wirtschafts-Lobbyismus mitverantwortlich für die Finanzkrise von 2007. Es brauche deshalb die besagte Revolution, um Obama zu ermöglichen, "rationale Entscheidungen zur Rettung der Menschheit vor den schädlichen Gasen, die ihr Schicksal bedrohen", zu treffen. In einem weiteren Brief forderte Bin Laden einen seiner Berater dazu auf, eine Medienkampagne zum zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu planen - und darin ebenfalls den Appell zur Verringerung der Treibhaus-Emissionen unterzubringen.

Bereits am Dienstag hatte das Büro des Nationalen Geheimdirektors der USA den Letzten Willen und 112 weitere Dokumente veröffentlicht, die beim US-Kommandoeinsatz in Bin Ladens Versteck gefunden worden waren. Aus ihnen geht auch hervor, dass alle seine verbliebenen Geldmittel in den Terrorkampf gegen den Westen investiert werden sollten. Das Vermögen von Bin Laden, das er nach eigenen Angaben im Sudan gelagert hatte, bezifferte er auf umgerechnet 27 Millionen Euro. Angaben dazu, was mit dem Geld passiert ist, machten die US-Behörden nicht.

Quelle: n-tv.de

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