Politik
Deutsche Bischofskonferenz in Trier
Deutsche Bischofskonferenz in Trier(Foto: picture alliance / dpa)

Katholische Kirche reagiert auf Skandal: Bischöfe erlauben Pille danach

Eine 25 Jahre alte Frau will sich in katholischen Krankenhäusern in Köln nach einer Vergewaltigung untersuchen lassen. Doch die Kliniken lehnen sie ab – weil sie ihr nicht die Pille danach verschreiben wollen. Ein Skandal. Jetzt zieht die Katholische Kirche Konsequenzen.

Katholische Einrichtungen in Deutschland dürfen vergewaltigten Frauen unter bestimmten Voraussetzungen die "Pille danach" verabreichen. Die Pille könne zum Einsatz kommen, wenn sie lediglich eine verhütende, nicht aber eine abtreibende Wirkung habe, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Trier. Er hob hervor: Die Pille dürfe nicht den Tod eines Embryos bewirken.

Die Bischöfe vertrauten darauf, dass katholische Einrichtungen ihre Entscheidungen "auf Grundlage dieser moraltheologischen Vorgaben" vornähmen, erklärte Zollitsch weiter.

Mit der Entscheidung reagieren die Bischöfe auf den Skandal rund um eine mutmaßlich vergewaltigte Frau in Köln. Die 25-Jährige suchte nach der Tat zwei katholische Kliniken in der Stadt auf, um sich einer gynäkologischen Untersuchung zu unterziehen. Zwei Mal wiesen die Angestellten sie dort. Die Kliniken begründeten die Ablehnung damit, dass eine solche Untersuchung immer auch mit einem Gespräch verbunden sei, in dem auf die "Pille danach" hingewiesen werden müsse. Das aber sei katholischen Häusern untersagt.

Quelle: n-tv.de

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