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Krieg zwischen Hamas und Israel: Bislang 18 Tote im Gaza-Kampf

Die israelische Luftwaffe setzt die Angriffe im Gazastreifen fort. Bislang kommen 15 Palästinenser ums Leben. Im Süden Israels sterben drei Israelis durch Raketen aus dem Gazastreifen. Ägypten appelliert an die USA, in den Konflikt einzugreifen.

Die Eskalation der Gewalt zwischen Israel und der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas setzt sich fort: Nach der gezielten Tötung des Hamas-Militärchefs bombardierten israelische Kampfjets den zweiten Tag Ziele in und um Gaza-Stadt, während die palästinensische Seite zahlreiche Raketen auf den Süden Israels abfeuerte.

Aus dem Gazastreifen starten immer wieder Raketen, die Ziele jenseits der Grenze treffen sollen.
Aus dem Gazastreifen starten immer wieder Raketen, die Ziele jenseits der Grenze treffen sollen.(Foto: AP)

Ein Raketenangriff der Hamas kostete drei Israelis das Leben. Sie waren die ersten israelischen Todesopfer in den Gefechten, die sich zum offenen Krieg auszuweiten drohen.

Der israelische Raketen-Schutzschirm "Iron Dome" schoss am zweiten Tag der Kampfhandlungen rund 130 Raketen aus dem Gaza-Streifen ab. Ein Geschoss durchbrach jedoch den Schutzschild und tötete die drei Israelis, ehe sie sich in Schutzbunkern in Sicherheit bringen konnten. Die Region wurde in den vergangenen fünf Jahren immer wieder aus dem Gaza-Streifen beschossen. Dieses Mal sei die Rakete in Kirjat Malatschi etwa 25 Kilometer nördlich des Gaza-Streifens eingeschlagen.

Hamas brüstet sich mit Feuer auf Tel Aviv

Die Hamas erklärte, sie habe eine tonnenschwere iranische Fadschr-5-Rakete auf Tel Aviv abgefeuert. Dies würde eine weitere Eskalation des Konflikts bedeuten, aber es gab keine Berichte über einen Treffer in der israelischen Metropole 50 Kilometer nördlich des Gaza-Streifens.

Israel warnte die Hamas, dass alle ihre Männer Ziele seien. Kampfjets warfen Flugblätter ab, die die Bewohner des Gaza-Streifens aufforderten, sich von Hamas-Kämpfern und Einrichtungen der Organisation fernzuhalten.

Nach eigenen Angaben flog die israelische Luftwaffe seit Mittwochnachmittag rund 150 Angriffe auf den Gazastreifen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben bis Donnerstagmittag mindestens 15 Palästinenser getötet, darunter mehrere Kinder und eine schwangere Frau. Mehr als 110 Palästinenser wurden verletzt. Militante Palästinenser feuerten derweil rund 250 Raketen Richtung Israel ab. In Kirjat Malachi im Süden Israels starben drei Israelis, als eine Rakete ein Wohnhaus traf. Fünf weitere Menschen wurden bei dem Angriff verletzt.

Militärchef wird beigesetzt

Tausende Palästinenser nahmen am Donnerstag an der Beisetzung des Hamas-Militärchefs Ahmed al-Dschabaari in Gaza teil. In ganz Israel wurde die Polizei aus Furcht vor Anschlägen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. In einem Sicherheitsabstand von 40 Kilometern von der Grenze zum Gazastreifen blieben die Schulen geschlossen. Israels Polizeichef Micky Rosenfeld sprach von einer "sehr ernsten Lage".

An der Grenze zum Gazastreifen waren israelische Kampfjets, Militärkonvois und gepanzerte Bulldozer zu sehen. Der israelische Innenminister Elie Jischai betonte, Israel behalte sich den Einsatz von Bodentruppen im Gazastreifen vor. Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von einer möglichen "Ausweitung des Einsatzes", der unter dem Namen "Pfeiler der Verteidigung" läuft.

Ägypten fordert USA zum Eingreifen auf

Der UN-Sicherheitsrat beriet in einer Dringlichkeitssitzung über die Lage in Nahost. Eine von arabischen Staaten geforderte Verurteilung Israels blieb dabei aus. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, betonte dagegen Israels Recht zur Selbstverteidigung. US-Präsident Barack Obama und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon telefonierten wegen der angespannten Lage mit Netanjahu und mit Ägyptens Präsident Mohammed Mursi.

Mursi warnte in einer kurzen Fernsehansprache, die israelischen Angriffe drohten die gesamte Region zu destabilisieren. Die ägyptische Regierung forderte die USA auf zu intervenieren, um der "israelischen Aggression gegenüber dem palästinensischen Volk" Einhalt gebieten. Die Hamas ist ein Ableger der Muslimbrüder, die inzwischen in Ägypten herrschen - dem einflussreichsten arabischen Nachbarstaat Israels und entscheidenden Partner im ersten Friedensvertrag von 1979.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas brach angesichts der Lage vor Ort eine Europa-Reise ab und wollte noch am Donnerstag nach Ramallah zurückkehren. Am Samstag will er nach Angaben eines Sprechers an einer Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga in Kairo teilnehmen.

Quelle: n-tv.de

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