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Politik

Sonntag, 03. August 2008

"Beklagenswert": Blair warnte vor Brown

Die Krise in der britischen Regierungspartei hat sich durch das Bekanntwerden einer kritischen Aktennotiz des früheren Premierministers Tony Blair über seinen Nachfolger Gordon Brown verschärft. In dem internen Dokument, das von der Sonntagszeitung "Mail on Sunday" veröffentlicht wurde, warnte Blair bereits vor einem Jahr, dass der seit Ende Juni 2007 amtierende Brown der Labour-Partei erheblichen Schaden zufüge.

Dieser verfolge als Premier eine "beklagenswerte" Strategie der Zurückweisung all dessen, was Labour in einem Jahrzehnt an der Macht erreicht habe, hielt Blair in der Notiz fest. Mit dieser "zerstörerischen" Politik arbeite er dem Oppositionsführer David Cameron von der Konservativen Partei in die Hände. Brown habe "Arroganz und Ideenlosigkeit" generiert und es versäumt, eine politische Agenda für die Zukunft aufzuzeigen.

Konservative deutlich vorn

Nach Einschätzung der Labour nahestehenden Sonntagszeitung "The Observer" droht das Blair-Memo, in der Regierungspartei "einen offenen Krieg" zwischen Verbündeten und Gegnern des Premierministers auszulösen. Drei Kabinettsmitglieder, die zum Brown-Lager gehören, nahmen den Premier umgehend gegen die Vorwürfe Blairs in Schutz. Brown sei der richtige Mann, die Partei bei den nächsten Wahlen zum Erfolg zu führen, erklärten sie. Ein Termin für Wahlen steht derzeit nicht fest. Sie müssen bis spätestens Mai 2010 stattfinden. In allen Umfragen der vergangenen Wochen wurde Labour eine dramatische Niederlage vorausgesagt.

Derweil bestätigte sich in repräsentativen Umfragen, dass die Regierungspartei bei einer Wahl die politische Macht an die Konservativen verlieren würde. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts BPIX kämen die Tories auf 47 Prozent, während Labour nur noch 24 Prozent der Stimmen bekäme, gefolgt von den Liberaldemokraten mit 16 Prozent. Das Institut ICM erklärte, selbst wenn Premierminister Brown zurücktritt und Außenminister Miliband das Spitzenamt übernimmt, würde es Labour derzeit kaum gelingen, Wähler zurückzugewinnen.

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