Sonntag, 27. Juli 2008
Hamas gegen "Armee des Islam": Blutiger Machtkampf in Nahost
Die Gewalt zwischen den Palästinensergruppen im Gazastreifen geht weiter. In der Nacht kam es in der Stadt Gaza zu Zusammenstößen zwischen der Polizeimiliz der radikalislamischen Hamas und Mitgliedern der sogenannten Armee des Islam, wie die Hamas mitteilte. In den frühen Morgenstunden seien mehrere Mitglieder der Organisation, die Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida hat, festgenommen worden. Augenzeugen berichteten von schweren Gefechten, die mehrere Stunden lang andauerten. Nach Krankenhausangaben wurden bei dem Schusswechsel mindestens acht Menschen verletzt.
Die "Armee des Islam" war gemeinsam mit der Hamas an der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit vor zwei Jahren beteiligt. Zudem entführten Mitglieder der Gruppierung im vergangenen Jahr den BBC-Reporter Alan Johnston, der fast vier Monate lang von ihnen festgehalten wurde. Sie ist auch für Angriffe auf christliche und internationale Einrichtungen im Gazastreifen bekannt.
Fatah bestreitet Vorwürfe
Nach einer Serie von Bombenanschlägen am Freitag war die Gewalt im Gazastreifen wieder aufgeflammt. Bei den Explosionen kamen sieben Menschen ums Leben, darunter fünf Hamas-Mitglieder. Die Hamas, die den Gazastreifen seit über einem Jahr kontrolliert, startete daraufhin eine Großrazzia gegen Anhänger der rivalisierenden Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Dabei wurden mindestens 160 Menschen festgenommen. Die Fatah streitet jedoch ab, mit den Bombenanschlägen in Verbindung zu stehen.
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