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Ras al-Ain liegt unmittelbar an der Grenze zur Türkei.
Ras al-Ain liegt unmittelbar an der Grenze zur Türkei.(Foto: REUTERS)

Wieder Gefechte an türkischer Grenze: Bombe tötet vier Syrer

Im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien gibt es erneut einen Zwischenfall. Ein syrisches Kampfflugzeug beschießt eine Ortschaft und wirft eine Bombe ab. Viele Bewohner versuchen in die Türkei zu flüchten. Vier Menschen sterben, 20 werden verletzt, darunter befinden sich auch Türken.

Ein türkischer Panzer patrouilliert an der Grenze.
Ein türkischer Panzer patrouilliert an der Grenze.(Foto: REUTERS)

Ein syrisches Kampfflugzeug hat die Ortschaft Ras al-Ain an der Grenze zur Türkei beschossen. Weniger als 150 Meter von der Grenze entfernt wurde eine starke Bombe abgeworfen, mindestens vier Menschen wurden getötet, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Unter den Bewohnern brach Panik aus, einige flüchteten über die Grenze in die Türkei. Von den zahlreichen Verletzten wurden einige in die benachbarte türkische Stadt Ceylanpinar gebracht.

Bei den Toten handelt es sich laut Anadolu um Syrer. 20 Verletzte schwebten in Lebensgefahr. Der Bürgermeister von Ceylanpinar, Ismail Arslan, sagte der türkischen Nachrichtenagentur, auch auf türkischer Seite gebe es Verletzte durch Splitter von Fensterscheiben, die bei der Explosion zerbarsten.

Ras al-Ain ist einer von zwei Grenzposten an der syrisch-türkischen Grenze, die von den Regierungstruppen kontrolliert werden. Vier andere sind in Rebellenhand, ein weiterer wird von kurdischen Milizen gehalten. Syrische Rebellen und regierungstreue Kämpfer liefern sich seit der vergangenen Woche Gefechte um Ras al-Ain. Tausende Syrer suchten seither Zuflucht in der Türkei. Sechs Türken wurden zudem durch Querschläger verletzt. Der jüngste Angriff der syrischen Armee richtete sich laut Anadolu gegen eine Backwarenfabrik in Rebellenhand.

Die türkischen Behörden forderten die Bevölkerung auf, sich von der Grenze fernzuhalten und schlossen als Vorsichtsmaßnahme Schulen. Die türkische Armee verstärkte zudem ihre Präsenz in der Zone. Seit dem Beschuss des türkischen Grenzdorfes Akcakale durch Syrien, bei dem Anfang Oktober fünf türkische Zivilisten starben, verstärkte die Türkei ihre Militärpräsenz entlang der Grenze und reagiert seither systematisch auf Granatbeschuss aus Syrien.

Quelle: n-tv.de

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