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Bosbach sitzt seit mehr als 20 Jahren für die CDU im Bundestag.
Bosbach sitzt seit mehr als 20 Jahren für die CDU im Bundestag.(Foto: dpa)

"Will nicht immer quer stehen": Bosbach denkt über Rückzug nach

Wolfgang Bosbach mach keinen Hehl daraus, dass der die Griechenland-Hilfe für verfehlte Politik hält. Sollte das Hilfsprogramm dennoch verlängert werden, denkt er über persönliche Konsequenzen nach. Er wolle nicht mehr der Quertreiber sein.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, bekannt für sein Nein zu Griechenland-Hilfen, erwägt wegen der möglichen erneuten Verlängerung des Hilfsprogramms seinen Rückzug aus der Politik. "Jede Abstimmung ist auch eine Frage der Solidarität mit der Bundesregierung. Ich will nicht immer die Kuh sein, die quer im Stall steht", sagte Bosbach der "Rheinischen Post" mit Blick auf die Abstimmung im Bundestag am kommenden Freitag. "Ich überlege persönlich, wie es weitergehen soll."

Ohne eine Verlängerung würde das Hilfsprogramm für Athen am 28. Februar auslaufen. Im Bundestag ist mit einer breiten Mehrheit von Schwarz-Rot zu rechnen. Bosbach sagte der Zeitung: "Es werden wieder Milliarden an Griechenland fließen. Ob eine Gegenleistung erbracht wird, ist höchst unsicher." Es sei von der griechischen Regierung kein einziger Punkt vorgelegt worden, der die Wettbewerbsfähigkeit des Landes steigere.

Auf Nachfrage, ob er seinen Rückzug ins Auge fasse, erklärte der 62-Jährige, er habe noch keine Entscheidung getroffen. Aber: "Ich möchte nicht ständig gegen den Kurs der Regierung stimmen, nicht als Quertreiber gelten. Ich werde jetzt in Ruhe überlegen, wie es weitergeht, und dafür werde ich mir Zeit nehmen."

Bosbach ist seit 1994 Bundestagsabgeordneter. Vor mehr als einem Jahr hat er seine unheilbare Krebserkrankung öffentlich gemacht und darüber sogar im Fernsehen gesprochen. Daraufhin war immer wieder spekuliert worden, dass sich Bosbach aus der Politik zurückziehen könnte. Dem hatte er bislang vehement widersprochen. "Ich mache weiter bis zum Schluss", hatte Bosbach dem Magazin "Stern" gesagt. Diese Aussage sei auch von seinem Arzt gestützt worden.

Quelle: n-tv.de

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