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2150 französische Soldaten kämpfen derzeit an der Seite malischer Truppen gegen islamistische Rebellen im Norden des westafrikanischen Landes.
2150 französische Soldaten kämpfen derzeit an der Seite malischer Truppen gegen islamistische Rebellen im Norden des westafrikanischen Landes.(Foto: REUTERS)

Rebellen in Mali auf dem Rückzug: Briten erwägen weitere Hilfen

Laut einem Zeitungsbericht versetzt Großbritannien seine Truppen für einen Einsatz in Mali in Alarmbereitschaft. Das Dementi des Verteidigungsministeriums lässt nicht lange auf sich warten. Nur weitere logistische Hilfe sei möglich. Frankreich erwartet eine Ausweitung des deutschen Beitrags.

Die britische Regierung denkt darüber nach, ihre Hilfe für die französischen Truppen in Mali auszuweiten. Bisher sind neben britischen Militär-Ausbildern zwei Transportflugzeuge im Einsatz.

Laut "Times" sind Truppenteile bereits in Alarmbereitschaft versetzt worden. Dies wies das britische Verteidigungsministerium jedoch zurück: Bei einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrates unter Vorsitz von Premierminister David Cameron soll es nur um Aufklärung und Logistik gehen.

"Das Verteidigungsministerium unterstützt die französischen Bemühungen durch logistische Hilfe", erklärte ein Ministeriumssprecher. Britische Bodentruppen für einen Kampfeinsatz seien nicht vorgesehen. Die zusätzliche britische Unterstützung werde von der weiteren Entwicklung der Situation in Mali abhängig gemacht.

Frankreich will mehr Geld von Deutschland

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius erwartet auch von Deutschland mehr Engagement. Zumindest in finanzieller Hinsicht: "Nächste Woche wird es eine Konferenz über die Finanzierung dieser Militäraktion geben, und hier gibt es ganz unterschiedliche Arten, Solidarität zu zeigen", sagte Fabius. "Deutschland wird hier seinen Beitrag nach eigenem Ermessen leisten", fügte er hinzu.

Fabius erinnerte daran, dass der Mali-Einsatz Teil der gemeinsamen EU-Verteidigungspolitik und keine französische Einzelaktion sei. Frankreich nehme gerne die von Deutschland angebotene Hilfe von Transportflugzeugen für die afrikanische Eingreiftruppe an. Diese Streitkräfte mit geplanten 5500 Soldaten müssten aber auch finanziert werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dem französischen Staatspräsidenten François Hollande bereits am Montagabend Unterstützung zugesichert. Sie wies aber auch darauf hin, dass Deutschland im Gegensatz zu Frankreich auf dem afrikanischen Kontinent "nicht sehr erfahren" sei. Derzeit unterstützt Deutschland den Feldzug mit zwei Transall-Transportflugzeugen und Militärausbildern.

Konflikt dauert noch mehrere Wochen

Der Konflikt in Mali wird offenbar noch einige Zeit andauern. Wie Fabius sagte, werde es noch mehrere Wochen dauern, bis  die französischen und malischen Truppen den Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben. Frankreich hat seinen Einsatz in Mali am 11. Januar begonnen. Bei ihrem Vormarsch in den Norden Malis rückten französische und einheimische Truppen am Montag in die bisherigen Rebellenhochburgen Diabaly und Douentza ein.

Nächstes Ziel der Offensive ist der Ort Hombori nordöstlich dieser Städte. Luftangriffe werden derzeit nicht geflogen. Derweil kehrte in der Landesmitte nach Tagen schwerer Kämpfe wieder Ruhe ein. "In Douentza gibt es zwar noch keinen richtigen Alltag, aber wir sind sehr glücklich, dass die Dinge zur Normalität zurückkehren", sagte ein Anwohner.

Quelle: n-tv.de

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