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Die Terror-Fahndung geht weiter.
Die Terror-Fahndung geht weiter.(Foto: dpa)

Hinweise auf Bakraouis Computer: Brüssel-Bomber hatten Premier im Visier

Während Belgiens Terror-Fahnder immer mehr unter Druck geraten und der "Mann mit dem Hut" immer noch frei herumläuft, tauchen brisante Hinweise auf ein weiteres mutmaßliches Anschlagsziel auf: Belgiens Premier Michel.

Die Brüsseler Terrorzelle könnte auch ein Attentat auf Premierminister Charles Michel geplant haben. Auf der Festplatte eines sichergestellten Computers seien Pläne und Fotos vom Amtssitz und einer Wohnung des belgischen Regierungschefs entdeckt worden, berichteten die Zeitungen "De Tijd" "L'Echo" und "Le Soir". Ein Sprecher bestätigte lediglich, dass es für die Gebäude seit einiger Zeit besonders strenge Sicherheitsvorkehrungen gebe.

Der Computer mit den Fotos und Plänen war nach den Anschlägen in einem Müllbehälter nahe einem Unterschlupf der Terrorzelle gefunden worden. Bestätigt ist bereits, dass sich auf dem Rechner auch eine Art Testament des Selbstmordattentäters Ibrahim El Bakraoui befand. Er werde "überall gesucht", notierte El Bakraoui den Ermittlern zufolge vor seiner Terrortat, und sei deshalb "in Eile".

Nach Türkei will auch Niederlande gewarnt haben

Eine gute Woche nach den Anschlägen erscheinen die Warnungen des türkischen Regierungschefs Recep Tayyip Erdoğan zudem in einem anderen Licht. Erdoğan hatte behauptet, seine Behörden seien schon lange über die Gefährlichkeit der Bakraoui-Brüder im Bilde. Entsprechende Informationen und Warnungen seien auch nach Brüssel weitergeleitet worden. Nun sind neue Informationen über frühere Warnungen zu Tätern aufgetaucht. Die Niederlande wurden nach eigenen Angaben bereits eine Woche vor den Anschlägen von der Polizei in New York über den radikalen Hintergrund von zwei Attentätern informiert.

Wie Justizminister Ard van der Steur dem Parlament in Den Haag mitteilte, meldete der Sicherheitsdienst der New Yorker Polizei am 16. März den kriminellen Hintergrund von Ibrahim El Bakraoui und den radikalen und terroristischen Hintergrund seines Bruders Khalid. Außerdem seien die Niederlande darüber informiert worden, "dass beide Brüder von den belgischen Behörden gesucht werden", schreibt der Minister.

Einen Tag später, am 17. März, sei dies auch bei Gesprächen zwischen niederländischen und belgischen Polizeidiensten zur Sprache gekommen. Zuvor hatte der Justizminister angegeben, dass die Meldung vom US-amerikanischen FBI kam. Das sei ein Irrtum gewesen, räumte er nun ein.

Gesucht wird noch der dritte Attentäter vom Flughafen, der "Mann mit dem Hut". Ein Terrorverdächtiger, der nach einem Medienbericht angeblich der "dritte Mann" gewesen sein soll, wurde zu Wochenbeginn wieder freigelassen. Laut belgischen Medien soll ein zweiter Mann auch an dem Metro-Anschlag beteiligt gewesen sein, eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber nicht.

Flughafen immer noch dicht

Noch immer unklar ist, wann am Flughafen wieder Passagiermaschinen starten und landen können. "Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren", teilte der Airport mit. Ein konkreter Termin für die Wiederaufnahme des Betriebs könne aber noch nicht genannt werden. Anfang der Woche war zunächst dieser Mittwoch als mögliches Datum genannt worden. Am Dienstagabend kam dann aber die Nachricht, dass der Flughafen auch am siebten Tag nach den Attentaten für den Reiseverkehr geschlossen bleiben muss.

Bei dem Anschlag war die Abflughalle des Brüsseler Flughafens zerstört worden. Um den Passagierverkehr wieder aufnehmen zu können, wurden in den vergangenen Tagen in einem nicht zerstörten Teil des Airports provisorische Check-in-Schalter aufgebaut. Am Dienstag vergangener Woche waren bei den Anschlägen 32 Menschen getötet worden. Ibrahim El Bakraoui sprengte sich mit einem Komplizen am Flughafen in die Luft, sein Bruder Khalid in der Metro-Station Maelbeek.

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Quelle: n-tv.de

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