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Christiane Beckmann (l.) und Diana Henniges von der Initiative "Moabit hilft" sind enttäuscht.
Christiane Beckmann (l.) und Diana Henniges von der Initiative "Moabit hilft" sind enttäuscht.(Foto: dpa)

Nach Lüge über "Lageso"-Toten: Bündnis "Moabit hilft" räumt Fehler ein

Nach der falschen Todesnachricht über einen syrischen Flüchtling in Berlin gibt sich das Bündnis "Moabit hilft" "fassungslos" - man habe dem Helfer vertraut, der sich die Lüge ausgedacht hatte. Offenbar war der aber betrunken, als er das Ganze ins Rollen brachte.

Das Berliner Bündnis "Moabit hilft" hat nach der von einem Helfer erfundenen Nachricht über den Tod eines Flüchtlings Fehler eingeräumt. "Wir haben da auf Deutsch gesagt echt Mist gebaut", sagte Sprecherin Diana Henniges in Berlin. Das Bündnis hatte am Vortag Angaben des Helfers Dirk V. bestätigt, wonach ein Asylbewerber in Berlin gestorben sei, der zuvor lange vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) gewartet habe. Am Mittwochabend gestand der Helfer, den Fall nur erfunden zu haben.

"Es war ein Fehler", sagte die Sprecherin. Man habe den Schilderungen des Helfers geglaubt, "der sich auf unterschiedlichste Weise für viele geflüchtete Menschen engagiert" habe. Doch das Vetrauensverhältnis sei nun zerstört. "Wir möchten keine Zusammenarbeit mehr mit ihm." Nichtsdestotrotz wies sie darauf hin, dass die Geschichte "nicht ganz so unwahrscheinlich" sei. "Das kann sich jeder Helfer, jeder Politiker und jeder Pressevertreter hier mittlerweile vorstellen." Die Behörde steht seit Monaten wegen der chaotischen Zustände bei der Registrierung von Flüchtlingen in der Kritik.

Lügengeschichte bleibt straffrei

Wie die "B.Z." unter Berufung auf Ermittler berichtet, hat V. in der Vernehmung gestanden, betrunken gewesen zu sein. Im Chat auf Facebook sei ihm die Sache dann entglitten. Am Morgen danach sei ihm das Ganze dann aber peinlich gewesen. Er löschte den Beitrag. Doch es war bereits zu spät. Die Nachricht über den erfundenen Todesfall hatte sich in Windeseile verbreitet. Er habe Angst gehabt, die Geschichte richtigzustellen, so die Polizei weiter. Mit "Moabit hilft" habe er keinen Kontakt gehabt.

Mit strafrechtlichen Konsequenzen muss V. wohl nicht rechnen. "Er hat keinerlei Tatbestände erfüllt", sagte ein Polizeisprecher. Zuvor hatte Berlins Innensenator Frank Henkel gefordert, "rechtliche Konsequenzen gegen den Urheber dieses Lügengebildes" zu prüfen. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben aber nicht in diese Richtung.

Quelle: n-tv.de

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