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Ein MiG-29-Kampfjet bei einer Übung für die Parade zum "Tag des Sieges" in Moskau im Mai 2010.
Ein MiG-29-Kampfjet bei einer Übung für die Parade zum "Tag des Sieges" in Moskau im Mai 2010.(Foto: picture alliance / dpa)

Ohrfeige für Moskau: Bulgarien kauft Kampfjets anderswo

Auf dem Höhepunkt des Ukraine-Konflikts droht Russlands Präsident Putin, halb Osteuropa in zwei Tagen einnehmen zu können. Das EU- und Nato-Mitglied Bulgarien beendet jetzt langjährige Militärgeschäfte mit Russland und kauft stattdessen in Italien und Griechenland ein.

Zwischen Nato-Mitglied Bulgarien und Russland ist ein Streit über Kampfjets ausgebrochen. Hintergrund ist die Absicht des einstigen Ostblockstaats, neue Maschinen nicht mehr in Russland, sondern in Italien und Griechenland zu kaufen. "Bulgarien ist Mitglied der EU und der Nato und schuldet keinem Drittstaat Erklärungen", erklärte Interims-Außenminister Daniel Mitow nach Kritik aus Moskau.

Grund für die scharfe Reaktion aus Sofia ist ein Kommentar des russischen Vize-Regierungschefs Dmitri Rogosin bei Twitter. "Ein gewisser Schalamanow überzeugte (den bulgarischen) Ministerpräsidenten (Georgi) Blisnaschki, Russland wieder zu verraten", heißt es unter anderem in dem Tweet. Rogosin reagierte damit auf eine Äußerung des bulgarischen Interims-Verteidigungsministers Welisar Schalamanow, dass Bulgarien bis 2020 bis zu zehn neue Kampfflugzeuge kaufen werde, allerdings nicht mehr in Russland.

Italien soll Bulgarien gebrauchte Jets vom Typ Eurofighter bieten, Griechenland Jets vom Typ F-16. In den bulgarischen Luftstreitkräften sind noch immer russische Kampfflieger vom veralteten Typ MiG-21 und MiG-29 sowie SU-25 im Einsatz, viele von ihnen nicht einsatzfähig.

Putin provozierte halb Osteuropa

Auf dem Höhepunkt der Ukraine-Krise Anfang September hatte der russische Präsident Wladimir Putin halb Osteuropa gedroht, es in zwei Tagen erreichen zu können. Kiew, Riga, Vilnius, Tallinn, Warschau und Bukarest - diese Städte könne er nicht nur binnen zwei Wochen, sondern gar binnen zwei Tagen besetzen. Diese Äußerung Putins ging aus einer Gesprächszusammenfassung des Auswärtigen Dienstes der EU hervor. Auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso von den Drohungen berichtet. In den Ländern des ehemaligen Ostblocks hatte das Putin-Zitat für Unverständnis gesorgt.

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Quelle: n-tv.de

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