Politik
Menschenmassen demonstrieren täglich auf den Straßen von Sofia.
Menschenmassen demonstrieren täglich auf den Straßen von Sofia.(Foto: picture alliance / dpa)

Neues Parlament kommt im Mai: Bulgarien zieht Wahl vor

Bulgarien befindet sich im Chaos. Die Menschen fordern eine neue Politik. Die Regierung unter Staatspräsident Plewneliew hat auf die Proteste der Bevölkerung reagiert. Doch das Land kommt nicht zur Ruhe.

Angesichts der tiefen Regierungskrise in Bulgarien sollen am 12. Mai Neuwahlen stattfinden. Diesen Termin kündigte Staatspräsident Rosen Plewneliew im Parlament in Sofia an. Damit werden in dem EU-Land die regulären Parlamentswahlen, die Anfang Juli stattfinden sollten, um zwei Monate vorgezogen. Die bürgerliche Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow war auf Druck von Massenprotesten vor einer Woche zurückgetreten. Die Demonstrationen gegen das politische Establishment des Balkanlandes gehen allerdings weiter.

Auslöser der teils gewaltsamen Unruhen war die drastische Erhöhung der Strompreise. Bulgarien ist das ärmste Land der EU. Der monatliche Durchschnittslohn liegt bei 350 bis 400 Euro. Zudem sorgen eine hohe Erwerbslosigkeit sowie Korruption und Vetternwirtschaft für Unmut in der Bevölkerung. In der Hauptstadt Sofia kam es zu Polizeieinsätzen, nachdem Demonstranten Steine auf das Parlament und gegen die Sicherheitskräfte warfen. Die Proteste werden von politischen Aktivisten geführt, die zumeist mit keiner der Oppositionsparteien verbunden sind. Versuche, eine neue Regierung zu bilden, waren gescheitert.

Quelle: n-tv.de

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