Politik
Der Grenzzaun zwischen dem EU-Land Bulgarien und der Türkei
Der Grenzzaun zwischen dem EU-Land Bulgarien und der Türkei(Foto: picture alliance / dpa)

Handys, Geld und Essen: Bulgarische Grenzer ziehen Flüchtlinge ab

Die Vorwürfe wiegen schwer: Die bulgarische Grenzpolizei soll Flüchtlinge ausgeraubt, getreten und gegen ihren Willen in die Türkei abgeschoben haben. Die Regierung in Sofia verurteilt die Praxis der Gewalt und direkten Abschiebung.

Human Rights Watch (HRW) wirft der bulgarischen Polizei vor, Flüchtlinge auszurauben, zu schlagen und sie in die Türkei zurückzuschicken. Es lägen Berichte über Gewalt gegen Asylsuchende aus Afghanistan, Syrien und dem Irak vor, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Fast immer sei von Gewalt und Brutalität gegenüber den Flüchtlingen die Rede. Die Opfer berichten von Schlägen, Tritten und Bissen von Polizeihunden.

HRW berief sich auf eine Befragung von 45 Flüchtlingen von Oktober bis Dezember. Die Asylsuchenden seien aus dem Irak, Syrien und Afghanistan gekommen. Die Betroffenen berichteten davon, in Polizeiwagen zur türkischen Grenze gebracht worden zu sein. Dort seien sie unter Gewaltanwendung zum Überqueren der Grenze in Richtung Türkei genötigt worden.

Laut HRW ist diese Praxis der direkten Abschiebung jedoch durch die Flüchtlings- und Menschenrechtskonvention verboten. Eine Sprecherin des bulgarischen Innenministeriums verurteilte die Praxis der bulgarischen Grenzschützer. "Das entspricht nicht unserer Politik, und so etwas dulden wir nicht", sagte sie. Jedem Hinweis auf Misshandlung werde nachgegangen.

Im vergangenen Jahr reisten mehr als 30.000 Menschen illegal nach Bulgarien ein, fast dreimal so viele wie 2014. Sehr wenige von ihnen bleiben im ärmsten Staat der Europäischen Union, sondern reisen in andere Länder wie Deutschland weiter.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen