Landtagswahlen haben eigene Gesetze Bundestagswahl bleibt spannend
Die drei Landtagswahlen vom Sonntag lassen nach Ansicht der Forschungsgruppe Wahlen kaum Rückschlüsse auf die Bundestagswahl in vier Wochen zu.
Die drei Landtagswahlen vom Sonntag lassen nach Ansicht der Forschungsgruppe Wahlen kaum Rückschlüsse auf die Bundestagswahl in vier Wochen zu. Jede Wahl habe eine eigene Ausgangslage, die auch stark von den Kandidaten vor Ort geprägt werde, erklärte die Forschungsgruppe. Hinzu komme eine spezifische, sehr unterschiedliche Agenda der Themen.
Zum Beispiel in Sachsen seien in der Vergangenheit die Unterschiede zwischen den Bundestags- und Landtagswahlergebnissen massiv gewesen. Hinzu komme wegen der schwachen Parteibindungen gerade im Osten oft eine hohe Wechselbereitschaft.
Als letzten Grund für die schwierige Vergleichbarkeit führen die Forscher den Faktor Wahlbeteiligung an: Bei einer höheren Wahlbeteiligung am 27. September unterscheide sich die Wählerschaft auch sozial-strukturell stark von der einer Landtagswahl
Im SAARLAND bescheinigten Müller noch 58 Prozent eine gute Arbeit. Vor fünf Jahren lag die Zustimmung bei 75 Prozent. Auch die CDU- Regierung insgesamt rutschte deutlich ab. Auf einer Skala von minus 5 bis plus 5 erreichte sie nur noch einen Wert von 0,4 Punkten (2004: 1,3). Die SPD lag mit 0,5 Punkten (2004: 0,0) knapp vorn. Bei der Frage nach dem gewünschten künftigen Ministerpräsidenten sprachen sich jeweils 43 Prozent für Müller sowie SPD-Herausforderer Heiko Maas aus. Vor fünf Jahren hatte Müller noch 27 Punkte Vorsprung.
In THÜRINGEN sei der bisherige CDU-Regierungschef Althaus bei den Image-Werten sogar "regelrecht eingebrochen", ermittelte die Forschungsgruppe. 2004 kam er auf der Fünfer-Skala auf einen Wert von 2,1. Heute sind es nur noch 0,5. Damit liegt er hinter SPD- Spitzenkandidat Christoph Matschie (1,0), aber vor Bodo Ramelow von der Linken (0,2). Wie der Regierungschef mit seinem Ski-Unfall umgegangen ist, fanden nur 17 Prozent der Thüringer richtig. 53 Prozent hätten jetzt lieber eine CDU-geführte Regierung mit der SPD als eine rot-rotes Bündnis unter Führung der Linken, das sich 33 Prozent wünschen.
In SACHSEN hingegen beherrscht die CDU nach Einschätzung der Forschungsgruppe nach wie vor die politische Landschaft. Ihren Wahlsieg verdankten die Christdemokraten hohem Ansehen, einer guten Leistungsbilanz sowie einem Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, der nach nur gut einem Jahr im Amt an die positiven Ausnahmebewertungen seiner Vorgänger heranreichen könne.