Montag, 10. Juli 2006
"Die Schuhe taugen nichts": Bundeswehr in Afrika
Die Bundeswehr hat am Montag mit der Verlegung ihres Hauptkontingents in den Kongo begonnen. Bis zum 18. Juli sollen die 780 an der EU-Mission zur Absicherung der Wahlen im Kongo beteiligten deutschen Soldaten in der Hauptstadt Kinshasa und im benachbarten Gabun stationiert sein.
Die größte Gefahr für die Soldaten wird nach Einschätzung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) die Zeit der Bekanntgabe des Wahlergebnisses etwa vier Wochen nach der Wahl am 30. Juli sein.
Derweil hat erneut der Bundeswehrverband die Ausstattung der Soldaten kritisiert. Die Bundeswehr habe sich erst spät auf einen Einsatz in Afrika vorbereiten können, sagte Bernhard Gertz, Vorsitzender des Bundeswehrverbands, am Montag in n-tv. Trotz aller Kritik könne er aber behaupten, dass die Truppe auf jeden Fall vernünftig ausgestattet ist. "Es gibt natürlich hier und da immer mal Mängel. Beispielsweise gehört zur Tropen-Feucht-Ausstattung ein Schuh, der wirklich nichts taugt", so Gertz in dem n-tv Interview. Das habe sogar der Geschäftsführer der Bundeswehr-Bekleidungs-GmbH zugegeben. "Das war eine Fehlentscheidung, den Soldaten diese Schuhe mitzugeben. Es muss sich niemand wundern, wenn die dann darüber meckern."
Die Vereinten Nationen hatten die Europäische Union um Hilfe gebeten, weil sie befürchten, dass die Wahlverlierer mit Privatarmeen die Macht an sich reißen könnten. Rund 2000 EU-Soldaten sollen bis Ende November im Einsatz sein. Die Deutschen sind für die mögliche Rettung von internationalen Wahlbeobachtern zuständig.
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