Freitag, 14. August 2009
Sicherheitslage in Kundus so schlecht wie nie: Bundeswehr "in der Fläche"
Sechs Tage vor der Präsidentschaftswahl in Afghanistan verstärkt die Bundeswehr in der nördlichen Unruheregion Kundus ihre Anstrengungen zum Schutz der Abstimmung."Wir sind heute mit starken Kräften ausgerückt", sagte der Kommandeur des zivil-militärischen Wiederaufbauteams (PRT), Oberst Georg Klein, in Kundus. Die Soldaten blieben bis nach der Wahl am kommenden Donnerstag "in der Fläche". Die radikal-islamischen Taliban haben auch in der Provinz Kundus zu einem Wahlboykott aufgerufen und Wähler bedroht.
Die Unabhängige Wahlkommission in Kundus hatte sich besorgt über die Sicherheitslage gezeigt. Klein wollte sich nicht zur Zahl der deutschen Soldaten äußern, die die Wahl absichern, um den Aufständischen keine Anhaltspunkte zu liefern. Klein sprach von einer "schwierigen Gesamtlage" in Kundus. Dort sind rund 800 deutsche Soldaten eingesetzt. Knapp die Hälfte davon gehört "kämpfenden Einheiten" an. Die Sicherheitslage in Kundus ist so schlecht wie nie seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001.
Bei Anschlägen im Süden des Landes kamen unterdessen vier Soldaten der Internationalen Schutztuppe ISAF ums Leben. Wie das Verteidigungsministerium in London mitteilte, starben in der Provinz Helmand drei britische Soldaten, als während einer Patrouille ein Sprengsatz explodierte. Ein weiterer ausländischer Soldat sei bei einem Feuergefecht mit Aufständischen getötet worden, teilte die NATO-geführte ISAF mit. Nach Angaben des Internetdienstes icasualties.org kostete der Konflikt seit Anfang August bereits 32 Soldaten der internationalen Truppen das Leben.
Vor der Wahl am kommenden Donnerstag hat sich die Sicherheitslage landesweit verschärft. Um dennoch einen weitgehend störungsfreien Verlauf der Abstimmung zu sichern, sind 200.000 afghanische Sicherheitskräfte sowie etwa 100.000 ausländische Soldaten aus 42 Nationen im Einsatz. Die Wahllokale werden dabei von der afghanischen Polizei geschützt. In einem zweiten und einem dritten Sicherheitsring stehen afghanische und ausländische Truppen.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
"Auf die Befreiungsschlacht vorbereiten"
Syrischer Nationalrat warnt
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck
-
Eintrag in Flensburg
Ramsauer verschärft Punkte