Anschlagsplaner sind zurückBundesweite Fahndung
Das Bundeskriminalamt fahndet nach zwei Terrorverdächtigen, die auf dem Weg nach Deutschland sein sollen. Breininger und Al Malla könnten in Deutschland Anschläge planen.
Zwei islamistische Terrorverdächtige sind möglicherweise aus dem pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet nach Deutschland zurückgekehrt. Das Bundeskriminalamt (BKA) leitete eine öffentliche Fahndung nach dem Deutschen Eric Breininger und dem gebürtigen Libanesen Houssain al Malla ein. Der aus dem Saarland stammende 21 Jahre alte Breininger hatte vor wenigen Monaten in einem Internet-Video mit einem Selbstmordanschlag gedroht und zum "Heiligen Krieg" (Dschihad) aufgerufen. Es gebe aber keine konkreten Hinweise auf bevorstehende Anschläge oder Vorbereitungen, sagte ein BKA-Sprecher.
Beide Verdächtige werden seit dem Frühjahr mit Haftbefehl gesucht. Ihnen wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Das BKA rechnet Breininger und den 23 Jahre alten Al Malla zum Umfeld der sogenannten Sauerland-Gruppe und der von Pakistan aus agierenden Terrorgruppe Islamische Dschihad Union (IJU). Die IJU gilt als Drahtzieher der Anschlagspläne einer im vergangenen Jahr im Sauerland ausgehobenen Terrorzelle. Breininger hatte mit einem der drei verhafteten Männer zusammengewohnt und sich nach Erkenntnissen der Ermittler dann ins Ausland abgesetzt. Die Bundesanwaltschaft hat gegen die dreiköpfige "Sauerlandzelle" bereits Anklage erhoben.
Nach ZDF-Informationen liegen westlichen Geheimdiensten mehrere Hinweise vor, wonach der junge Saarländer nach Europa, möglicherweise auch schon nach Deutschland, zurückgekehrt ist und sich um die Beschaffung von Sprengstoff bemüht. Die Behörden stuften ihn als "extrem gefährlich" ein. Breininger soll sich in einem Ausbildungslager für islamistische Kämpfer aufgehalten haben.
Im Frühjahr war im Internet ein Video veröffentlicht worden, dem der junge Mann auf Deutsch sagt: "Kommt zum Dschihad (Heiliger Krieg), denn das ist der Weg zum Paradies. Wenn ihr nicht kommen könnt, dann helft uns mit eurem Vermögen." In dem Video war der Kampfname des Deutschen mit Abdulgaffar El Almani angegeben worden. In einem weiteren Video drohte Breininger auch der Bundeswehr mit einem Anschlag.
Das BKA veröffentlichte Bilder, Geburtsdaten und Angaben zum Aussehen der Gesuchten. Die Ermittler warnen, dass die Männer gewalttätig und bewaffnet sein könnten.
Erst in der vergangenen Woche waren in Deutschland zwei mutmaßliche Terrorhelfer festgenommen worden. Omid S. soll zum Märtyrertod im "Heiligen Krieg" bereit gewesen sein. Der Deutsche afghanischer Herkunft war ebenso wie der Türke Hüseyin Ö. am vergangenen Donnerstag von BKA-Beamten festgenommen worden. Die beiden 27-jährigen Männer sollen für die IJU Ausrüstungsgegenstände beschafft haben.
Die Fahnder des Bundeskriminalamtes bitten die Öffentlichkeit nun um Angaben zum Aufenthaltsort von Breininger und Al Malla sowie andere sachdienliche Hinweise. Zuletzt hatte das BKA 2006 im Fall der Kofferbomber aus dem Rheinland eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Hotline des BKA zu Hinweisen: 0800/0130110