Politik

Schutzbestimmung für Bahn entfällt: Bundesweiter Fernbus startet 2013

Nun also einigen sich Schwarz-Gelb und die Opposition: Der Buslinienverkehr wird ab dem kommenden Jahr freigegeben. Busse auf Fernlinien sind in Deutschland derzeit noch eine Seltenheit. Dafür sorgen gesetzliche Einschränkungen.

Ein Vier-Sterne-Linienbus der Eurolines Deutschland GmbH mit Ziel Prag.
Ein Vier-Sterne-Linienbus der Eurolines Deutschland GmbH mit Ziel Prag.(Foto: dpa)

Die schwarz-gelbe Koalition und die Opposition haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf die Einführung eines Fernbus-Systems ab 2013 geeinigt. "Der Buslinienfernverkehr wird freigegeben. Zukünftig sind überall in Deutschland Fernbuslinien möglich, die untereinander und auch mit dem Eisenbahnfernverkehr konkurrieren dürfen", heißt es in dem Kompromiss der Fraktionen von Union, FDP, SPD und Grünen.

Einen Schutz für den Schienenverkehr soll es allerdings auch weiterhin geben: So sollen die Bus-Unternehmen ihren Fahrgästen auf Fernstrecken nur Verbindungen von mindestens 50 Kilometern oder einer Stunde Reisezeit anbieten dürfen.

Busse auf Fernlinien sind in Deutschland derzeit noch eine Seltenheit. Dafür sorgen gesetzliche Einschränkungen. Diese sollen nun gelockert werden. Wie groß das Potenzial für den Fernlinienverkehr mit Bussen ist, zeigt nach Ansicht des Verbands der Automobilindustrie (VDA) das Beispiel der Strecke Berlin - Hamburg mit jährlich fast 400.000 Fahrgästen.

Angebot richtet sich an Sparfüchse

Der Verband sieht in einer möglichen Zunahme des Linienfernverkehrs mit Bussen eine Entlastung der Straßen, weil er den Individualverkehr mit dem PKW reduziere. "Da der Fernbus meist günstigere Fahrpreise bietet, ist er gerade auch ein Angebot für alle, die Geld sparen möchten. Menschen mit kleinem Geldbeutel könnten so leichter Fernreisen antreten", heißt es in einer Stellungnahme des VDA.

Auch der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer begrüßte die Liberalisierung, die den Verbrauchern "eine weitere günstige und umweltfreundliche Alternative eröffnet". Es sei damit zu rechnen, dass bis zu 100 mittelständische Busfirmen in das neue Geschäftsfeld eintreten wollten. Die Fahrpreise dürften etwa 30 Prozent unter den Zugtarifen liegen.

Das Verbände-Bündnis "Allianz pro Schiene", das auch von Bahnunternehmen gefördert wird, sprach von einem "systematisch verzerrten Wettbewerb" zulasten der Bahn.

Quelle: n-tv.de

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