Politik
Kritiker der CDU werfen der Regierungspartei einen inhaltsleeren "Wohlfühlwahlkampf" vor.
Kritiker der CDU werfen der Regierungspartei einen inhaltsleeren "Wohlfühlwahlkampf" vor.(Foto: imago/Emmanuele Contini)
Donnerstag, 14. September 2017

Die Macher des "Wahl-O-Mat": Bundeszentrale findet Wahlkampf langweilig

Zehn Tage vor der Wahl ist klar: Der Wahlkampf wird kein heißes Finale mehr bieten. Er sei wie eine "Fahrt im Schlafwagen", sagen Kritiker. Das sieht man auch in der Bundeszentrale für politische Bildung so. Der Wahl-O-Mat steuert trotzdem einen Rekord an.

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, findet den bisherigen Verlauf des Bundestagswahlkampfes langweilig. "Es scheint sich zu bewahrheiten, dass große Koalitionen der öffentlichen politischen Auseinandersetzung nicht unbedingt gut tun und den Wahlkampf in Teilen ad absurdum führen", sagte er der "Frankfurter Rundschau".

Krüger beobachte eine "Stilllegung" bestimmter Themen. In den Vordergrund rückten Themen, bei denen sich Union und SPD weitgehend einig seien. "Das liegt gewissermaßen in der Natur großer Koalitionen. Wer will schon sein eigenes Regierungshandeln grundsätzlich kritisieren?" Spannend sei allenfalls der Kampf um Platz drei. "Und es ist gut, dass es dieses Mal - bis auf die AfD - keine 'Ausschließeritis' gibt."

Der von der Bundeszentrale eingerichtete Wahl-O-Mat erfreut sich aber ungebrochener Beliebtheit. Er hatte bis Mittwoch über zehn Millionen Nutzer und könnte damit den Rekord von 2013 brechen, wie die Bundeszentrale der "Berliner Zeitung" mitteilte. Vor der vorangegangenen Bundestagswahl war das Online-Angebot, bei der die Nutzer abfragen können, welche Partei ihren politischen Vorstellungen entspricht, rund 13,2 Millionen Mal genutzt worden.

Krüger sagte dem Blatt, die Anwendung des Wahl-O-Mat sei inzwischen "demokratischer Volkssport" geworden. "In der Vergangenheit haben wir festgestellt, dass bei Wahlen mit hoher Politisierung der Wahl-O-Mat besonders stark nachgefragt wird." Es könne also durchaus gesagt werden, "dass wachsende Nutzungszahlen beim Wahl-O-Mat ein Ausdruck wachsender Politisierung sind".

Quelle: n-tv.de

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