Politik
Julia Klöckner, Peter Tauber, Angela Merkel und Volker Bouffier (v.l.n.r.): Die CDU will Populisten mit Argumenten schlagen.
Julia Klöckner, Peter Tauber, Angela Merkel und Volker Bouffier (v.l.n.r.): Die CDU will Populisten mit Argumenten schlagen.(Foto: AP)
Montag, 21. November 2016

Schwieriger Wahlkampf erwartet: CDU sucht Rezept gegen Populisten

Bei der CDU herrscht überwiegend Erleichterung, dass Kanzlerin Merkel wieder antreten will. Dennoch werde der Wahlkampf schwieriger als der letzte, heißt es aus der Parteispitze. Wichtig sei, Anhänger von populistischen Bewegungen zurück zu gewinnen.

Der Bundestagswahlkampf 2017 wird nach Einschätzung von führenden CDU-Politikern außergewöhnlich schwierig werden. Einer der Gründe dafür sei der zunehmende Populismus, sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet im ZDF. Ähnlich hatte sich schon Kanzlerin Angela Merkel geäußert, als sie am Sonntag ihre Kandidatur verkündet hatte. Merkel sei aber eine Politikerin, die die Gesellschaft zusammenhalten könne, sagte Laschet nun. "Sie ist keine Frau der großen Sprüche. Sie arbeitet die Probleme Stück für Stück ab."

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Seine Partei müsse im Wahlkampf "sagen, wofür sie steht", so der CDU-Vize. Den Vorwurf der Linkspartei, Merkels Politik habe die AfD erst groß gemacht, wies er zurück. Die AfD habe Stimmen aus allen politischen Lagern eingesammelt. Die CDU müsse dagegen eine Politik setzen, die Probleme löst, und nicht ständig den Kurs ändern.

Ein Schwerpunkt im Wahlkampf der CDU wird es deshalb sein, verlorene Wähler zurückzugewinnen. CDU-Generalsekretär Peter Tauber setzt dazu auf Inhalte. Die müssten klar rübergebracht werden. Populisten schlage man nicht, indem man ihnen hinterherhechelt, sondern indem man sage, wo man selber steht, erklärte Tauber bei n-tv. Nun werde an den Inhalten gearbeitet, "damit wir auch damit die Menschen überzeugen können." 

Werben "um jede Stimme"

Man werde aber nicht um die Wähler einzelner Parteien werben, sondern um jede Stimme, so Tauber weiter. "Sondern wir wollen die, die uns letztes Mal vertraut haben, wieder erreichen und den einen oder anderen, der uns bisher nicht gewählt hat." Auch die CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner ging im Sender SWRinfo von einem schwierigen Bundestagswahlkampf für die Union aus. Allerdings: "Ohne Angela Merkel an der Spitze wäre ich sicher, dass wir die Wahl noch schwieriger gewinnen könnten."

Die Kanzlerin habe nach wie vor hohe Popularitätswerte, betonte auch der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder bei n-tv. Ziel bei der Bundestagswahl sei es, "so stark zu werden, dass gegen uns nicht regiert werden kann. Denn ich finde, das ist gut für unser Land und dann schauen wir uns das Ergebnis an und wer mit uns am ehesten die Dinge umsetzen kann, die wir uns für unser Land vorstellen."

Zurückhaltender reagierte der CSU-Politiker Hans-Peter Friedrich mit Blick auf Merkels Bewerbung für eine vierte Amtszeit. "Wir akzeptieren das, aber Euphorie kommt deswegen nicht auf", sagte der ehemalige Innenminister im Deutschlandfunk. Friedrich machte deutlich, er hätte sich gewünscht, dass es zwischen CDU und CSU zunächst eine Verständigung über offene Sachfragen gegeben hätte.

Quelle: n-tv.de

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