Politik
Video

Union denkt an die Ampel in Mainz: CDU verliert im Ländle an Boden

Fast im Tagesrhythmus geben die Demoskopen einen Einblick in die Stimmungslage der Wähler vor den anstehenden Urnengängen in drei Bundesländern. Und außer in Sachsen-Anhalt müssen die Amtsinhaber zittern. Doch noch sind viele Wähler unentschlossen.

Am Sonntag wird in drei Bundesländern gewählt - und zumindest in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist der Ausgang des Urnengangs noch offen. In beiden Ländern gibt es noch unklare Mehrheiten, wie das ZDF-"Politbarometer Extra" zeigt. In Sachsen-Anhalt dagegen hat die amtierende Koalition aus CDU und SPD hingegen Chancen, trotz des erwarteten guten Wahlergebnisses für die AfD weiter regieren zu können.

In Rheinland-Pfalz zeichnet sich der Umfrage zufolge weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU ab, wobei die Sozialdemokraten erstmals leicht die Nase vorn haben. Die SPD kommt demnach auf 36 Prozent, die CDU auf 35 Prozent. Die AfD liegt bei neun Prozent, die FDP bei sieben Prozent und die Grünen kommen auf 5,5 Prozent. Die Linke erreicht nur drei Prozent.

In Baden-Württemberg liegen die Grünen nach wie vor in der Wählergunst mit 32 Prozent als stärkste Kraft vor der CDU, die nur noch auf 29 Prozent kommt. Die SPD erreicht demnach 14 Prozent, die AfD elf Prozent und die FDP sechs Prozent. Die Linke liegt bei vier Prozent.

In Sachsen-Anhalt ist die CDU der Umfrage zufolge mit 32 Prozent nach wie vor stärkste Kraft, gefolgt von den Linken mit 21 Prozent. Die AfD erreicht 18 Prozent; frühere Umfragen sahen die Rechtspopulisten bei ähnlichen Ergebnissen. Die SPD sackt weiter ab und ist mit 14 Prozent nur noch viertstärkste Kraft. Die Grünen liegen bei fünf Prozent und müssen um den Wiedereinzug ins Parlament bangen, die FDP kommt auf 4,5 Prozent.

Wolf: Nicht gegen uns regieren

Video

 Angesichts der jüngsten Umfragen in Baden-Württemberg stellen sich CDU und FDP auf die Möglichkeit einer schwarz-rot-gelben "Deutschlandkoalition" mit der SPD ein. Der CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf kündigte im "Morgenmagazin" an, dafür kämpfen zu wollen, "dass gegen uns nicht regiert werden kann". Der baden-württembergische CDU-Vorsitzende Thomas Strobl brachte eine schwarz-rot-gelbe Koalition ins Spiel, denn die bisherige grün-rote Regierung hätte nach den Umfragen keine Mehrheit.

"Selbstverständlich ist auch eine Deutschlandkoalition eine Option", sagte Strobl der "Rheinischen Post". Ziel seiner Partei bleibe es, den Ministerpräsidenten zu stellen. "Wir sind bereit, auch über neue Konstellationen zu sprechen", sagte FDP-Chef Christian Lindner der Zeitung. Koalitionen würden aber nur gebildet, wenn die Inhalte stimmten.

Hoher Anteil unentschlossener Wähler

Die Umfragen für das "Politbarometer" wurden von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen Montag und Donnerstag erstellt. Es handelt sich um sogenannte Projektionswerte, die die momentane Stimmungslage unter den Wähler abbilden. Ein erheblicher Anteil der Wähler - zwischen 56 Prozent in Baden-Württemberg und 65 Prozent in Rheinland-Pfalz - ist demnach allerdings noch unentschlossen.

Relativ eindeutig ist indes die Beliebtheit der Spitzenkandidaten. In Baden-Württemberg liegt Amtsinhaber Winfried Kretschmann (Grüne) bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten mit 67 Prozent mit deutlichem Vorsprung vor seinem CDU-Herausforderer Guido Wolf (CDU), den sich nur 17 Prozent als Regierungschef vorstellen können.

In Rheinland-Pfalz führt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit 50 Prozent als Wunschkandidatin vor Julia Klöckner (CDU), die 34 Prozent als Regierungschefin wollen. In Sachsen-Anhalt profitiert Amtsinhaber Reiner Haseloff (CDU) deutlich von seinem Amtsbonus. Ihn wollen 54 Prozent weiter als Ministerpräsidenten und nur 25 Prozent seinen Herausforderer Wulf Gallert (Linke).

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen