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Wer zieht ins Rathaus der Landeshauptstadt? Die Wähler entscheiden darüber übernächsten Sonntag.
Wer zieht ins Rathaus der Landeshauptstadt? Die Wähler entscheiden darüber übernächsten Sonntag.(Foto: REUTERS)

Kommunalwahlen in Bayern: CSU scheitert an 40-Prozent-Marke

Das hat es seit mehr als fünf Jahrzehnte nicht gegeben: Die CSU unter Horst Seehofer muss bei den Stadtrats- und Kreistagswahlen das schlechteste Ergebnis seit 1960 hinnehmen. Auch die SPD lässt Federn. Gewinner sind die Grünen.

Bei den bayerischen Kommunalwahlen hat die CSU ein historisches schlechtes Ergebnis eingefahren. Erstmals seit mehr als fünf Jahrzehnten rutschte die Partei unter die 40-Prozent-Marke. Nach Auszählung der Stadtrats- und Kreistagswahlen vom Sonntag kommt die CSU nur noch auf 39,7 Prozent, wie aus dem vorläufigen Endergebnis hervorgeht. Ein schlechteres Ergebnis hatte die Partei zuletzt 1960 eingefahren. Vor sechs Jahren hatte die CSU landesweit exakt 40,0 Prozent erreicht.

CSU-Chef Horst Seehofer sagte am Rande einer CSU-Fraktionssitzung im Landtag: "Kommunalwahlen werden immer entschieden über die kommunalen Themen und die kommunalen Personen. Das ist seit 30 Jahren so."

SPD büßt ebenfalls ein

Noch deutlicher allerdings verlor die SPD: Laut Statistischem Landesamt kamen die Sozialdemokraten bei den Stadtrats- und Kreistagswahlen nur noch auf 20,7 Prozent der Stimmen. Bei den Kommunalwahlen 2008 hatten sie landesweit noch 22,6 Prozent erreicht.

Gewinner sind dagegen die Grünen, die auf 10,2 Prozent zulegten. Vor sechs Jahren hatten sie landesweit lediglich 8,2 Prozent geholt.

Für die Freien Wähler ließ sich zunächst kein zusammengefasstes Ergebnis ablesen. Hintergrund ist, dass sich in den Kommunen einerseits Mitglieder der Landesvereinigung der Freien Wähler zur Wahl stellten, es bei den Freien Wählern andererseits aber eine Reihe von gemeinsamen Wahlvorschlägen mit anderen Gruppierungen gab. Die FDP dagegen sackte von 3,8 Prozent 2008 auf jetzt 2,4 Prozent ab. Die Linke holte 0,5 Prozent der Stimmen. Die AfD konnte lediglich 0,3 Prozent der Wähler überzeugen.

Die Wahlbeteiligung sank im Vergleich zum vorangegangenen Urnengang um 4,5 Punkte auf 55 Prozent. Bei den Wahlen zu den Stadträten in München oder Nürnberg gaben indes jeweils nur etwas mehr als 40 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. Ähnlich sah es in Augsburg, Bamberg oder Bayreuth aus.

Stichwahlen in etlichen Kommunen

In die Berechnung des landesweiten Endergebnisses fließen die Ergebnisse der Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten und die Resultate der Kreistagswahlen ein - insgesamt 96 Einzelergebnisse.

Nun hoffen alle Parteien auf möglichst viele Erfolge bei den Oberbürgermeister- und Landrats-Stichwahlen am übernächsten Sonntag. Am bedeutsamsten ist das Duell zwischen SPD und CSU in München. Auch in Regensburg, Würzburg oder Erlangen gibt es am 30. März Stichwahlen.

Im Vergleich zur Kommunalwahl 2008 hatte die CSU in einigen Großstädten Fortschritte gemacht. Die Christsozialen verteidigten im ersten Wahlgang Augsburg und Ingolstadt, die dritt- und fünftgrößte Stadt Bayerns. Vor sechs Jahren konnten die Christsozialen im ersten Wahlgang keinen einzigen OB-Sessel in den fünf größten Städten Bayerns gewinnen.

Quelle: n-tv.de

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