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Politik

Donnerstag, 05. August 2010

Ausgelöst durch die USA: Castro fürchtet Atomkrieg

Fidel Castro scheint zunehmend fit und mischt sich wieder ins politische Geschehen ein. Zurzeit macht er sich Sorgen über die Lage im Nahen Osten. Und er wendet sich sogar an US-Präsident Obama.
Castro erahnt Böses im Nahen Osten.

Castro erahnt Böses im Nahen Osten.
(Foto: REUTERS)

Das kubanische Parlament wird auf Wunsch von Revolutionsführer Fidel Castro in einer Sondersitzung über einen angeblich drohenden Atomkrieg im Nahen Osten beraten. Wie die Zeitungen "Granma" und "Juventud Rebelde" berichteten, sollen die 610 Deputieren der Nationalversammlung sich auch weiteren internationalen Themen widmen. In Havanna wird für möglich gehalten, dass Fidel Castro bei der Sitzung erstmals seit vier Jahren wieder vor dem Volkskongress auftreten könnte.

Castro, der am 13. August Tagen 84 Jahre alt wird, hatte die Sondersitzung am 26. Juli angeregt. Es bestehe die Gefahr eines von den USA angezettelten Atomkrieges im Nahen Osten, sagte er. Auch bei weiteren Gelegenheiten warnte er nachdrücklich vor dieser Gefahr. In einem Kommentar forderte er US-Präsident Barack Obama auf, diesen Krieg zu verhindern.

"Ich richte mich zum ersten Mal im Leben an den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama: Sie müssen wissen, dass Sie es in den Händen haben, der Menschheit die einzige wirkliche Friedenschance anzubieten", schrieb Castro. Er äußerte dabei die Befürchtung, dass es zu einer kriegerischen Eskalation kommen könne, wenn amerikanische oder israelische Marineeinheiten iranische Handelsschiffe kontrollierten.

Gefahr beschworen

Castro hatte im Sommer 2006 wegen einer schweren Erkrankung die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder Raúl zunächst vorläufig und im Februar 2008 definitiv übergeben. Er ist aber weiter Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Kubas. In den vergangenen Wochen meldete er sich immer häufiger öffentlich zu Wort und beschwor ein ums andere Mal eine Kriegsgefahr im Nahen Osten.

Die Nationalversammlung war kürzlich unter Leitung von Raúl Castro zu ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr zusammengekommen. Sie beschloss angesichts der dramatisch schlechten Wirtschaftslage Kubas, mehr Privatinitiative in der Wirtschaft zuzulassen.

Am Mittwoch gab das Nationale Statistikbüro in Havanna bekannt, dass die kubanische Nahrungsmittelproduktion im ersten Halbjahr 2010 um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken sei. Kuba muss einen großen Teil seiner Lebensmittel importieren. Raúl Castro hatte aber schon vor Jahren die Steigerung der Produktion zur Priorität erhoben.

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dpa

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