Samstag, 07. August 2010
Abschiedsgruß von Uribe: Chávez beim IGH angeklagt
Kurz vor seinem Abtritt als kolumbianischer Präsident verklagt Uribe seinen venezolanischen Amtskollegen Chávez vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Er wirft ihm Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, weil er Rebellen in seinem Land beherberge. Venezuela kommt derweil Uribes Nachfolger als Präsident entgegen.Einen Tag vor seinem Ausscheiden aus dem Amt hat der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe beim Internationalen Strafgerichtshof Klage gegen seinen venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez eingereicht. Uribes Rechtsanwalt Jaime Granados sagte in Bogotá, Chávez würden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Dies wurde damit begründet, dass Chávez kolumbianischen FARC-Rebellen in Venezuela Unterschlupf gewährt habe.
Uribe habe ihn zudem beauftragt, den venezolanischen Staat beim Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte anzuzeigen, weil er auf seinem Territorium den Aufenthalt von "Terroristen" dulde, teilte der Anwalt mit.
Am 22. Juli hatte die kolumbianische Regierung bei einer Tagung der Organisation der Amerikanischen Staaten in Washington Dokumente vorgelegt. Demnach sollen rund 1500 Rebellen der linken FARC von Venezuela aus Kolumbien bekämpfen. Chávez wies die Vorwürfe zurück und brach seinerseits die ohnehin eingefrorenen Beziehungen zu Kolumbien völlig ab. Der Sozialist ordnete für das Grenzgebiet höchste Alarmbereitschaft an.
Venezuela will das Eis brechen
Allerdings signalisierte Venezuela im Streit mit seinem Nachbarland zur Amtseinführung der neuen Regierung von Präsident Juan Manuel Santos Entgegenkommen. Außenminister Nicolas Maduro wird der Vereidigung beiwohnen und Venezuelas Staatschef Hugo Chávez zeigte sich zuversichtlich bezüglich einer Verbesserung der Beziehungen: "Wir sind optimistisch."
An seinen Verbündeten, den brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva gerichtet, sagte er: "Ich bitte dich darum, meine Grüße dem neuen Präsidenten von Kolumbien auszurichten und danke dir dafür, dass du immer besorgt bist." Auch Santos hat sich längst dafür ausgesprochen, die Beziehungen zu Venezuela zu normalisieren.
dpa/rts
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