Politik

Krankheit als StaatsgeheimnisChávez wird wieder operiert

22.02.2012, 07:40 Uhr

Venezuelas Präsident Chávez will sich "dem neuen Kampf stellen". Um was es genau geht, bleibt ein Staatsgeheimnis. Bislang heißt es, der krebskranke Staatschef sei "völlig geheilt". Nun aber muss erneut operiert werden. Zeit für Gerüchte.

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Chávez will sich dem neuen Kampf stellen. (Foto: AP)

Nach seiner Krebserkrankung muss der im Herbst zur Wiederwahl stehende venezolanische Präsident Hugo Chávez erneut operiert werden. Der 57-Jährige erklärte, bei Untersuchungen in Kuba hätten Ärzte in seinem Becken eine zwei Zentimeter große Stelle entdeckt, die entfernt werden müsse. Es handele sich aber nicht um Metastasen, der Eingriff werde wohl nicht kompliziert sein. Die Operation sei schon in den nächsten Tagen geplant.

Der scharfe US-Kritiker steht seit 13 Jahren an der Spitze des ölreichen Landes. Im Juni 2011 war ihm auf Kuba ein bösartiger Tumor im Becken entfernt worden.

Nach vier Chemotherapien hatte der sozialistische Staatschef wiederholt erklärt, er sei komplett geheilt. Mediziner hatten indes gesagt, es sei zu früh für eine solche Diagnose. Sein tatsächlicher Zustand ist ein streng gehütetes Geheimnis.

"Stelle mich dem neuen Kampf"

"Niemand muss alarmiert sein", erklärte Chávez während einer Werksbesichtigung im Bundesstaat Barinas im Westen des Landes. "Ich bin in guter Verfassung und werde mich diesem neuen Kampf stellen." Es müsse geklärt werden, ob es bei dem neuen Fund eine Verbindung zu seinem früheren Tumor gebe. Wo er operiert werde, sei noch offen.

Chávez hat angekündigt, sich trotz der Erkrankung im Herbst für eine sechsjährige Amtszeit zur Wiederwahl zu stellen. Venezuela ist einer der größten Ölexporteure Lateinamerikas und hat sich unter Chávez zu einem der schärfsten Gegner der USA entwickelt. Zuletzt hatte er sich demonstrativ auf die Seite des in Syrien herrschenden Präsidenten Baschar al-Assad gestellt, dem die Vereinten Nationen die Tötung tausender Menschen bei der Niederschlagung des Volksaufstands vorwerfen.

Opposition führt "schmutzigen Krieg"

Die Opposition rechnet sich nach den jüngsten Umfragen für die Wahl am 7. Oktober erstmals wieder gute Chancen auf einen Sieg aus. Sie wirft Chávez vor, das Land mit seinem Sozialismus nach kubanischem Vorbild abgewirtschaftet und Investoren abgeschreckt zu haben. Insbesondere in der ärmeren Bevölkerung hat Chávez aber viele Anhänger, die ihm zugutehalten, mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft Krankenhäuser und Schulen zu bauen.

Am Wochenende hatte es Gerüchte bei Unterstützern und Gegnern des Präsidenten gegeben, Chávez sei zu einer Notoperation erneut nach Kuba geflogen worden und ringe mit dem Tod. Sein Informationsminister hatte die Gerüchte umgehend dementiert und gesagt, es handele sich um einen "schmutzigen Krieg" der Opposition im Vorfeld der Wahlen.

Quelle: rts