Politik
Dienstag, 14. Oktober 2003

Reaktion auf Nobelpreis: Chatami zurückhaltend

Fünf Tage nach Vergabe des Friedensnobelpreises an die iranische Anwältin Schirin Ebadi hat sich Irans Präsident Mohammed Chatami erstmals dazu geäußert.

Er reagierte reserviert und warnte vor einem Missbrauch der Auszeichnung: "Frau Ebadi kommt aus einer religiösen Familie. Und ich hoffe, dass sie die Interessen Irans und der islamischen Welt im Auge behält und keinerlei Missbrauch der Auszeichnung zulässt".

Fingerzeig nach Westen

Mit diesen Worten spiegelt Chatami die vorherrschende Einschätzung innerhalb der iranischen Führung wider. Die Verleihung des Preises sei politisch motiviert und ein Fingerzeig dahin, dass der Westen eher die weltlich ausgerichteten Strömungen im Iran unterstütze als die politische Linie der iranischen Regierung.

"Literaturnobelpreis wichtiger"

Chatami gratuliert Schirin Ebadi zwar offiziell zur Verleihung des Friedensnobelpreises, gleichzeitig fordert er aber noch mehr Aufklärung: "Alle Iraner, ich eingeschlossen, freuen sich darüber, dass der Preis an eine Iranerin ging. Aber alle Nobelpreisträger sollten auch die wahren Schänder von Frieden und Menschenrechten aufdecken". Die Auszeichnung sie außerdem nicht so bedeutend wie der Nobelpreis für Literatur oder Wissenschaft, ergänzte Chatami.

Quelle: n-tv.de

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