Donnerstag, 10. September 2009
Südossetien und Abchasien anerkannt: Chavez kauft massiv Waffen
Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat die Unabhängigkeit der abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien anerkannt. Dies verkündete er bei einem Staatsbesuch in Russland - bei dem auch ein umfangreicher Waffendeal angekündigt wurde.Venezuela werde die beiden Provinzen von nun an als souveräne Staaten betrachten, sagte Chávez bei einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew. Wenig später erneuerte die Regierung in Moskau ihre Bereitschaft, Waffen im Wert von mehreren Milliarden Dollar an das südamerikanische Land zu liefern.
"Danke, Hugo"
Chavéz (l) und Medwedew verstehen sich.
(Foto: AP)
Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Südossetien und Abchasien werde in Kürze begonnen, sagte Chávez. "Danke, Hugo", erwiderte Medwedew. "Russland hat das souveräne Recht eines jeden Landes, die Unabhängigkeit eines Staates anzuerkennen oder nicht, immer unterstützt. Wir sind sehr dankbar", sagte Medwedew. Auch der abchasische Präsident Sergej Bagapsch dankte Chávez und versprach den Aufbau so "enger politischer und wirtschaftlicher Beziehungen wie möglich".
Das von den EU und den USA gestützte Georgien erklärte, die Anerkennung sei auf Druck Russlands zustande gekommen. Dadurch würden die Marionettenregierungen in den beiden Enklave aber nicht legitimiert, sagte der stellvertretende georgische Außenminister Alexander Nalbandow. Russland hatte Südossetien und Abchasien nach dem Krieg mit Georgien im August 2008 als unabhängig anerkannt. Bislang war nur Nicaragua dem Beispiel Russlands gefolgt.
"Wir haben gute Panzer"
Nach dem Treffen mit dem linkspopulistischen Chávez bestätigte Medwedew ein bevorstehendes Waffengeschäft beider Länder. Russland werde die Wünsche Venezuelas erfüllen, zitierte die Nachrichtenagentur RIA den Präsidenten. "Wir werden Panzer liefern, wir haben gute Panzer." Chávez will die venezolanische Armee für mehr als vier Milliarden Dollar mit russischen Panzern, Flugzeugen und Kalaschnikow-Gewehren aufrüsten.
Nach Angaben der Rüstungsindustrie in Moskau will Venezuela unter anderem bis zu 100 Panzer im Gesamtwert von umgerechnet 350 Millionen Euro bestellen. Laut Medwedew-Berater Sergej Prichodko werde Russland "vermutlich auf Kredit liefern". Seit 2005 hat Venezuela bei Russland Waffen im Gesamtwert von 2,7 Milliarden Euro gekauft. "Angesichts zunehmender US-Militärpräsenz in Lateinamerika braucht Venezuela mehr Waffen", sagte Chávez. Die Verteidigungsministerien beider Länder einigten sich zudem auf eine militärische Kooperation. Auch im Energiebereich unterzeichneten beide Länder mehrere Kooperationsabkommen.
Südossetien und Abchasien hatten sich nach Kriegen zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts von der Regierung in Tiflis losgesagt. Abchasien, das am Schwarzen Meer liegt, hat rund 340.000 Einwohner. In Südossetien leben 70.000 Menschen. 89 Prozent der Einwohner Südossetiens haben einen russischen Pass. Die Verkehrssprache ist russisch und bezahlt wird mit dem Rubel.
rts/dpa/AFP
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