Politik

BND kennt Assads Arsenale: Chemiewaffen rasch einsatzbereit

Eine BND-Analyse zeigt, wie gefährlich das Chemiewaffenarsenal Syriens tatsächlich ist. So lagern tonnenweise Giftgas in den Beständen des Assad-Regimes. Zwar macht die Staatsführung bislang keine Anstalten, die Waffen einzusetzen. Im Falle des Falles können sie aber binnen Stunden bereitgestellt werden, heißt es.

Straßenszene in Homs: Große Teile Syriens sind schwer vom Bürgerkrieg in dem Land gezeichnet.
Straßenszene in Homs: Große Teile Syriens sind schwer vom Bürgerkrieg in dem Land gezeichnet.(Foto: REUTERS)

Die Chemiewaffen der syrischen Armee sind laut einem Pressebericht nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes innerhalb von Stunden einsatzbereit. BND-Präsident Gerhard Schindler habe die Waffenbestände in der vergangenen Woche in einer streng vertraulichen Runde auf bis zu 1000 Tonnen geschätzt, berichtet der "Spiegel". Darunter seien 700 Tonnen Sarin und jeweils hundert Tonnen Senf- und VX-Gas.

Obwohl mehrere Feldkommandeure bereits den Einsatz der Massenvernichtungswaffen gegen die Rebellen gefordert hätten, gebe es laut BND jedoch keine konkreten Vorbereitungen für ihren Einsatz. Aktivitäten an den Waffenlagern, die durch Satelliten beobachtet worden waren und weltweit Sorge ausgelöst hatten, waren laut dem Geheimdienst vermutlich nur Maßnahmen zur Sicherung der Bestände vor möglichen Angriffen der Rebellen.

Sollte sich das Regime für einen Einsatz entscheiden, könnten die Waffen aber innerhalb von vier bis sechs Stunden eingesetzt werden, schrieb der "Spiegel". Dafür verfüge Syriens Armee laut BND-Erkenntnissen über bis zu tausend ballistische Raketen. Womöglich habe es sogar schon Tests gegeben. So habe der BND Anfang vergangener Woche vier Abschüsse von Scud-Raketen aus dem Raum Damaskus in Richtung der umkämpften Großstadt Aleppo registriert. Die Geschosse seien jedoch weit vor Aleppo in einem Feld eingeschlagen.

Syriens Chemiewaffen-Arsenal gilt als eines der größten im Nahen Osten. Die USA und andere westliche Staaten haben Damaskus nachdrücklich vor einem Einsatz in dem aktuellen Konflikt gewarnt. Washington drohte, dass ein solcher Einsatz ein Grund für eine militärische Intervention sei. Die syrische Regierung versicherte daraufhin mehrfach, sie werde die Waffen nicht gegen das eigene Volk einsetzen, sondern nur im Fall eines Angriffs aus dem Ausland.

Quelle: n-tv.de

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