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Chemiefabrik im nordchinesischen Tianjin.
Chemiefabrik im nordchinesischen Tianjin.(Foto: dpa)

Vor Klimakonferenz in Durban: China fordert, will nicht liefern

Der Treibhausgasausstoß auf der Erde ist hoch wie nie. China ermahnt Europa, auch in Zeiten der Schuldenkrise dürfe der Klimaschutz nicht vernachlässigt werden. Das asiatische Land ist der größte Produzent schädlicher Emissionen, will das Kyoto-Protokoll beim Klimagipfel in Durban verlängern - und sich so selbst aus der Pflicht nehmen.

China will sich bei der UN-Klimakonferenz in Südafrika für eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls einsetzen. Eine zweite Laufzeit des Protokolls müsse "so schnell wie möglich" beschlossen werden, sagte Pekings Chef-Unterhändler in Klimafragen, Xie Zhenhua. China zielt damit offenbar auf ein neues Klima-Abkommen ab, das vor allem die Industrienationen in die Verantwortung nimmt, die laut Kyoto-Protokoll ihre Emissionen reduzieren müssen.

Für China und andere Schwellenländer sieht das Kyoto-Protokoll bislang keine Beschränkungen vor. China sei künftig bereit, sich gemäß seines Entwicklungsstandes im Klimaschutz zu engagieren, erklärte Xie. Allerdings nannte er keine weiteren Details. Im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr Treibhausgase als je zuvor freigesetzt.

Ringen um Verantwortung

Stau in Peking.
Stau in Peking.(Foto: AP)

Das Kyoto-Abkommen wird 2012 auslaufen. Bislang gibt es kein Abkommen für die Zeit danach. Beim UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban, der am kommenden Montag beginnt und bis zum 9. Dezember dauern wird, soll über Lösungen zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen und zum Kampf gegen den Klimawandel beraten werden.

Während China sich gemeinsam mit zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern für ein Prinzip der "gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung" einsetzt, wonach Industrieländer die Hauptverantwortung für den Kampf gegen den Klimawandel tragen, meldeten Länder wie Japan, Russland und Kanada bereits Widerstand an. Sie wollen, dass sich auch China und die USA an einer neuen Lösung beteiligen.

Xie ermahnt Europäer

China forderte die europäischen Staaten auf, in Zeiten der Schuldenkrise den Klimaschutz nicht zu vernachlässigen. "Nach der Finanzkrise hatte jedes Land seine Probleme, aber diese Probleme sind nur vorübergehend", so Xie. Bei den bevorstehenden Klima-Verhandlungen müssten ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, eine neue Vereinbarung im Kampf gegen die Erderwärmung zu erzielen. Derzeit werde die Problematik nicht von allen Staaten als vorrangig eingestuft, bemängelte er.

China hatte beim Klimagipfel in Kopenhagen ein neues, verbindliches Abkommen verhindert und damit den Unmut der Industrieländer auf sich gezogen.

Die USA waren 2001, noch vor dessen Inkrafttreten, aus dem Kyoto-Protokoll ausgetreten. Zusammen mit China sind sie derzeit für rund 40 Prozent der weltweiten Produktion von Kohlenstoffdioxid verantwortlich, die für die Erderwärmung verantwortlich gemacht wird. Wegen des Wirtschaftsbooms der vergangenen Jahre wurden in China zahlreiche Kohlekraftwerke gebaut, die Kohlendioxid ausstoßen.

Xie bestätigte Berechnungen, denen zufolge China noch vor den USA der größte Produzent von Treibhausgasen ist. "Das ist eine Tatsache", sagte er, versicherte aber, China ergreife Maßnahmen, um den schnellen Anstieg der Emissionen zu bremsen.

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Quelle: n-tv.de

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