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Mit Raketen auf Atollen, Riffen und Inseln will China im Südchinesischen Meer seine Position festigen.
Mit Raketen auf Atollen, Riffen und Inseln will China im Südchinesischen Meer seine Position festigen.(Foto: dpa)

Streit um Südchinesisches Meer: China stationiert neue Raketen

Bei einer Konferenz in den USA suchen die Asean-Staaten nach einer friedlichen Lösung für den Streit im Südchinesischen Meer. China ist bei dem Treffen nicht dabei - stattdessen schafft Peking mit der Stationierung neuer Raketen in der Region Fakten.

China hat im Streit um eine Inselgruppe im Südchinesischen Meer Boden-Luft-Raketen auf einer der Inseln stationiert. Sowohl das taiwanesische als auch das US-Verteidigungsministerium bestätigten die Verlegung der Waffensysteme. Demnach zeigen Satellitenbilder zwei Raketenbatterien und eine Radaranlage, die auf Woody Island aufgestellt wurden.

Der US-Sender Fox News berichtet, dass es sich bei den Raketen offenbar um das HQ-9-Luftabwehrsystem handelt. Dieses habe eine Reichweite von 200 Kilometern und könne eine Bedrohung für zivile wie militärische Flugzeuge darstellen.

Wertvolle Rohstoffe und wichtige Schifffahrtsstraßen

Die Insel Woody Island gehört zur Paracel-Gruppe, die seit über 40 Jahren unter chinesischer Kontrolle steht, aber auch von Taiwan und Vietnam beansprucht wird. Die Stationierung der Raketen wurde bekannt, während US-Präsident Barack Obama in Kalifornien die Staats- und Regierungschef der Asean-Gruppe zu einer Konferenz empfing, um über Möglichkeiten zu sprechen, den Konflikt zu entspannen.

Peking streitet mit mehreren Asean-Staaten im Südchinesischen Meer um Territorien, in denen große Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet werden. Durch das ressourcenreiche Meeresgebiet führen auch wichtige Schifffahrtsstraßen. In den vergangenen Monaten schüttete China dort bereits mehrere Inseln auf, um Hafenanlagen und Flugfelder zu bauen und so seine Kontrolle über das Gebiet auszuweiten. Mit Unterstützung der USA wollen die Asean-Staaten ein Gegengewicht in der Region schaffen.

Zu den Asean-Staaten gehören Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Mit ihren 620 Millionen Einwohnern spielen sie in der Region eine wichtige politische und wirtschaftliche Rolle.

Quelle: n-tv.de

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