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Die ehemalige "Warjag" stammt noch aus der Sowjetunion und soll den Chinesen lediglich als Schulschiff dienen.
Die ehemalige "Warjag" stammt noch aus der Sowjetunion und soll den Chinesen lediglich als Schulschiff dienen.(Foto: AP)

Nachbarländer in Sorge: China testet Flugzeugträger

China testet seinen ersten Flugzeugträger und verunsichert dadurch seine Nachbarstaaten. Das 300 Meter lange Schiff stammt noch aus der UdSSR und soll von den Chinesen für "wissenschaftliche Forschung, Experimente und Training" genutzt werden. China stritt zuletzt immer wieder über Territorialfragen unter anderem mit Japan, Vietnam und den Philippinen.

Chinas erster Flugzeugträger ist zu einer Testfahrt ausgelaufen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, verließ das Schiff den Hafen von Dalian in Nordostchina. Die Fahrt werde "nicht lange dauern". Nach seiner Rückkehr werde der Flugzeugträger weiter überholt und getestet.

Das Schiff lag bislang im Hafen von Dalian.
Das Schiff lag bislang im Hafen von Dalian.(Foto: REUTERS)

Er war ursprünglich in der Sowjetunion unter dem Namen "Warjag" gebaut worden. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 kaufte China das noch unfertige Schiff 1998 ohne Maschinen und Waffen von der Ukraine. Die "Warjag" wird jetzt modernisiert und soll China für Ausbildungszwecke dienen.

Chinas Marine verfolgt ein eigenes Flugzeugträgerprogramm. Nach offiziell unbestätigten Berichten sollen gegenwärtig in Shanghai ein oder möglicherweise sogar zwei Flugzeugträger gebaut werden.

Das ehrgeizige Vorhaben sorgt in der asiatischen Region für Beunruhigung, da China mit mehreren Nachbarn um Territorialansprüche und Rohstoffvorkommen auf hoher See streitet. Besonders der Konflikt um die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer war gerade wieder aufgeflammt.

China weiter nur Regionalmacht

Nach Ansicht des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) bleibt China trotz des massiven Ausbaus seiner militärischen Fähigkeiten eine "Regionalmacht mit regionalen Sorgen". Dass sich Chinas Verteidigungshaushalt 2010 trotz der weltweiten Finanzkrise um 7,5 Prozent erhöht habe, bereite aber weiterhin Sorge, erklärte das renommierte Institut in London in seinem Jahresbericht "Militärische Balance 2011".

Chinas Streben, den technologischen Rückstand gegenüber dem Westen aufzuholen, könnte laut IISS durch "ernsthafte strukturelle Schwächen" unterwandert werden. Waffenfabriken seien über das weite Land verstreut, ihre Maschinen und Forschungsabteilungen oft veraltet.

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Quelle: n-tv.de

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