Politik
Das Gericht, das Lagarde vernimmt, wird speziell für Fälle von Fehlverhalte von Ministern eingerichtet.
Das Gericht, das Lagarde vernimmt, wird speziell für Fälle von Fehlverhalte von Ministern eingerichtet.(Foto: picture alliance / dpa)

IWF-Chefin vor Gericht: Christine Lagarde muss aussagen

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde muss sich der französischen Justiz stellen. Als französische Ministerin soll sie eine umstrittene Entschädigung in Höhe von 285 Millionen Euro zugelassen haben. Sie selbst sieht keine Fehler.

Im März durchsuchte die Polizei bereits ihre Wohnung. Nun soll IWF-Chefin Christine Lagarde wegen möglicher Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Mittel von der französischen Justiz vernommen werden. Bei den seit 2011 laufenden Ermittlungen geht es um eine Entschädigung in Höhe von 285 Millionen Euro plus Zinsen. Lagarde, die die Zahlung als damalige französische Wirtschaftsministerin ermöglicht hatte, bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Seit Beginn der Ermittlungen sei ihr klar, dass sie von der Untersuchungskommission angehört werde, sagte Lagarde in Washington. Sie freue sich, ein paar Tage nach Paris zu reisen. "Das wird meine Aufmerksamkeit nicht von der IWF-Arbeit ablenken."

Ausgangspunkt war der Verkauf des Sportartikelherstellers Adidas durch den Geschäftsmann Bernard Tapie Anfang der 1990er Jahre. Der Unternehmer hatte der damaligen Staatsbank Crédit Lyonnais vorgeworfen, ihn beim Verkauf des Unternehmens übervorteilt zu haben, und auf Entschädigung geklagt.

Lagarde hätte eingreifen müssen

Nach jahrelangem Rechtsstreit zwischen dem Geschäftsmann und der Bank beauftragte die damalige Finanzministerin Lagarde 2007 ein Schiedsgericht, den Fall zu lösen. Tapie bekam daraufhin Schadenersatz in Höhe von 285 Millionen Euro - mit Zinsen sogar 400 Millionen Euro - zugesprochen.

Aus Sicht der Ermittler hätte Lagarde das Verfahren nicht zulassen dürfen und Einspruch gegen das Urteil einlegen müssen. Tapie hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2007 Nicolas Sarkozy unterstützt, in dessen Regierung Lagarde dann saß.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen