Politik

Welt-Aids-Konferenz in WashingtonClinton will Aids ausrotten

23.07.2012, 23:31 Uhr
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US-Außenministerin Hillary Clinton macht die Ausrottung vom Aids zur Staatsraison. (Foto: REUTERS)

Wenn es darum geht, die Symptome zu lindern, macht die Aidsforschung enorme Fortschritte. Doch ein Impfstoff gegen die Immunschwäche existiert nicht; jährlich sterben weltweit rund 1,5 Millionen Menschen an der Krankheit. US-Außenministerin Clinton und weitere Vertreter aus Politik und Wirtschaft beraten in Washington über ihre Möglichkeiten im Kampf gegen HIV.

US-Außenministerin Hillary Clinton hat auf der Welt-Aids-Konferenz das Ziel der Ausrottung der Immunschwächekrankheit beschworen. "Die USA kämpfen für eine Generation ohne Aids. Wir werden weder zurückweichen noch aufgeben", erklärte sie am Montag in Washington. Clinton sagte außerdem weitere Finanzhilfen der USA in Höhe von 150 Millionen Dollar (124 Millionen Euro) für den Kampf gegen Aids zu.

"Stellen Sie sich den Tag vor, an dem wir nicht mehr von dieser schrecklichen Epidemie und den Kosten und dem Leid, die sie hervorruft, geplagt werden", sagte Clinton auf der Konferenz, die erstmals seit 1990 wieder in den USA stattfindet. "Wir werden für die notwendigen Ressourcen kämpfen, um diesen historischen Meilenstein zu erreichen."

Freiwillige Beschneidung von Männern fördern

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Elton John kritisiert die Stigmatisierung von Aids-Kranken. (Foto: AP)

Die US-Regierung stellt den Angaben zufolge unter anderem 40 Millionen Dollar für ein Programm in Südafrika zur Verfügung, das die freiwillige Beschneidung von Männern fördern soll. Mit diesen Eingriffen kann das Infektionsrisiko wissenschaftlichen Studien zufolge deutlich gesenkt werden. Weitere 80 Millionen Dollar sollen in ein Programm für schwangere Frauen fließen, die mit dem HI-Virus infiziert sind.

Unter dem Motto "Gemeinsam das Blatt wenden" wollen 25.000 Forscher, Politiker, Aktivisten und Betroffene aus 190 Ländern in Washington bis Freitag über den Kampf gegen Aids beraten. Die Konferenz findet alle zwei Jahre statt. Rund 34 Millionen Menschen weltweit sind nach Angaben der UNO HIV-positiv, im vergangenen Jahr starben etwa 1,5 Millionen Menschen an Aids.

Neben Clinton und ihrem Mann, Ex-US-Präsident Bill Clinton, haben sich auch die frühere First Lady Laura Bush und die Schauspielerin Whoopi Goldberg auf der Konferenz angekündigt. Kritik für seine Absage erntete dagegen US-Präsident Barack Obama. Er will sich einem Vertreter der Gesundheitsbehörden zufolge aber in einer Videobotschaft an die Teilnehmer der Konferenz richten und eine Gruppe von ihnen am Donnerstag ins Weiße Haus einladen.

Gates fordert verbesserte Prävention

Microsoft-Gründer Bill Gates, der rund vier Milliarden Dollar seines Vermögens dem Kampf gegen Aids zur Verfügung gestellt hat, mahnte in einer Rede auf der Konferenz, dass die Behandlung von Aids-Kranken allein das Problem nicht lösen werde. Gates forderte bessere Maßnahmen zur Prävention, darunter die Entwicklung eines Impfschutzes gegen das HI-Virus.

Der britische Sänger Elton John präsentierte in Washington derweil sein eigenes Rezept für den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit. "Wir brauchen mehr als nur Geld. Wir brauchen mehr als nur Medizin. Wir brauchen Liebe", sagte der Popstar. Scham und Stigmatisierung von HIV-Infizierten würden "Menschen rund um die Welt töten". Manche Menschen würden Aids-Kranke ausgrenzen und sie für ihr Schicksal verantwortlich machen, beklagte John.

Quelle: ntv.de, AFP