Politik
Auf diesem Bild, aufgenommen in Hempstead, New York, ist ein Clown zu sehen.
Auf diesem Bild, aufgenommen in Hempstead, New York, ist ein Clown zu sehen.(Foto: REUTERS)
Montag, 26. September 2016

Trumps leere Drohung: Clintons Ex-Geliebte kommt doch nicht

Donald Trump hat damit gedroht, bei der Präsidentschaftsdebatte heute Nacht eine ehemalige Geliebte von Bill Clinton in der ersten Reihe zu platzieren. Die Dame wollte auch kommen. Aber sie wurde gar nicht eingeladen.

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat zur ersten Fernsehdebatte mit Hillary Clinton Gäste eingeladen, deren Anwesenheit seine Kontrahentin irritieren könnte.

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Unter anderem wird Mark Geist im Publikum sitzen, ein Überlebender der Terrorattacke auf das US-Konsulat in Bengasi, wie der Trump-nahe Sender Fox News berichtete. Der Anschlag von 2012 wird von Republikanern als Folge schwerer Fehler der damaligen US-Außenministerin Clinton betrachtet. Außerdem sitzen mit Mike Flynn und Keith Kellogg zwei Ex-Generäle, die Trump unterstützen, im Raum.

Sie können die Debatte bei n-tv verfolgen – sowohl im Originalton als auch mit deutscher Übersetzung.

Clinton bietet unter anderem Mike Cuban auf, wie Trump ein milliardenschwerer Unternehmer und ebenfalls aus einer Reality-TV-Show bekannt. Die beiden verbindet seit Jahren eine innige Hassliebe – unter anderem behaupten sie gelegentlich, reicher als der andere zu sein. Im Vorwahlkampf hatte Cuban Trump zunächst unterstützt, dann jedoch erklärt, dieser würde immer dümmer. Seit einiger Zeit unterstützt er Clinton.

Nachdem bekannt wurde, dass Cuban bei der Debatte anwesend sein wird, drohte Trump damit, Gennifer Flowers in der ersten Publikumsreihe zu platzieren, gleich neben Cuban. Die heute 66-Jährige hatte eine Affäre mit Clintons Ehemann, dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton. Trump hat Bill Clinton, mit dem er früher befreundet war, vorgeworfen, "der schlimmste Frauenschänder in der Geschichte der Politik" zu sein. Hillary Clinton warf er vor, ihrem Mann geholfen zu haben, Frauen zu missbrauchen.

Flowers war auch bereit, zu der Debatte in der Hofstra-Universität in Hempstead im Bundesstaat New York zu kommen. Dann jedoch stellte sich heraus, dass alles nur Schwindel war: Trumps Wahlkampfteam teilte mit, dass Flowers gar nicht eingeladen wurde.

Gewonnen hat, wer nicht verliert

Am Dienstagmorgen um 3.00 Uhr MESZ beginnt die erste von drei TV-Debatten zwischen Trump und Clinton. Berichten zufolge bereiten sich die Präsidentschaftskandidaten der beiden großen Parteien bis zum Schluss auf das Zusammentreffen vor.

Traditionell gilt, dass ein Präsidentschaftskandidat eine TV-Debatte nicht wirklich gewinnen, sie aber sehr wohl verlieren kann. Die "Washington Post" war der Ansicht, die Trump-Kampagne habe das Spiel mit den Erwartungen geschickter betrieben als Clinton. So sei es Trumps Team gelungen, die Erwartungen an den politischen Außenseiter dermaßen abzusenken, dass der eigentlich schon gewonnen habe, wenn er keine allzu großen Fehler mache.

Demnach lastet der bei weitem größere Druck auf Clinton. Sie ist eine erfahrene Politikerin, von ihr wird erwartet, dass sie liefert; bei Trump wäre das ein Bonus, nicht das Pflichtprogramm.

Quelle: n-tv.de

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