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Knappes Rennen bei Demokraten: Cruz gewinnt Vorwahl in Iowa

Ted Cruz ist laut Prognosen der deutliche Sieger des ersten Stimmungstests der US-Präsidentschaftswahlen in Iowa. Donald Trump landet auf dem zweiten Platz, gibt sich aber kämpferisch. Bei den Demokraten zeichnet sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

Im Präsidentschaftswahlkampf der USA hat Ted Cruz bei den Republikanern die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa laut US-Medien für sich entschieden. Der erzkonservative Senator aus Texas lag nach übereinstimmenden Angaben der US-Fernsehsender CNN, Fox News, MSNBC und ABC uneinholbar vorn.

Enttäuschte Gesichter im Lager der Trump-Anhänger: "Mache Amerika wieder groß."
Enttäuschte Gesichter im Lager der Trump-Anhänger: "Mache Amerika wieder groß."(Foto: dpa)

Damit verwies er Donald Trump auf Platz zwei. Für den Immobilienmogul aus New York ist das eine schmerzliche Niederlage. Auf einem sehr starken dritten Platz landete bei den Republikanern Marco Rubio, der Senator aus Florida, knapp hinter Trump. Senator Rubio feierte sein unerwartet starkes Abschneiden in Iowa wie einen Sieg. "Wenn ich Kandidat werde, werden wir die Partei und die ganze konservative Bewegung einen", sagte Rubio. Er kam bei den Republikanern auf 23 Prozent der Stimmen.

Rubio, der vielen in der republikanischen Partei als Kompromisskandidat gilt, war von den Meinungsforschern ein schlechtes Ergebnis in Iowa vorausgesagt worden. "New Hampshire, wir sehen uns morgen", sagte Rubio mit Blick auf die nächste Vorwahl in dem nordöstlichen Bundesstaat, die am 9. Februar bevorsteht.

Bei den Demokraten war das Rennen bis zuletzt offen. Hillary Clintons Vorsprung vor Senator Bernie Sanders schmolz nach 94 Prozent der ausgezählten Bezirke auf nur noch einen hauchdünnen Vorsprung von 0,2 Prozentpunkten. Clinton sprach zu ihren Anhängern und zeigte sich siegessicher für den ganzen Wahlkampf, ohne aber den Sieg in Iowa für sich zu reklamieren. Sanders sagte vor begeisterten Anhängern, vermutlich würden die Delegiertenstimmen der Demokraten geteilt.

Nach seinem zweiten Platz will Donald Trump nun alle Kräfte auf die nächsten Vorwahlen in New Hampshire und South Carolina richten. "Wir werden uns diese Nominierung für die Präsidentschaft holen", rief er seinen Anhängern in Des Moines zu. "Und wir werden Hillary oder Bernie Sanders oder wen auch immer sie da aufstellen, locker schlagen", sagte Trump. Zu Beginn des Rennens habe niemand gedacht, dass er in Iowa überhaupt unter die ersten zehn kommen könne.

Aussagekraft begrenzt

Mit den Wahlen in Iowa begann in den USA das Wahljahr. In den kommenden Monaten finden in allen Bundesstaten Vorwahlen statt. Bei den Republikanern hatte ein Sieg in Iowa vor den beiden letzten Wahlen nicht viel zu bedeuten. Weder 2008 noch 2012 schaffte es der Sieger schließlich auch zur Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten durch seine Partei. Im November wird dann ein Nachfolger von US-Präsident Barack Obama gewählt.

In dem landwirtschaftlich geprägten Bundesstaat im Mittleren Westen wird seit Montagabend, 19.00 Uhr Ortszeit nach einem Caucus-System gewählt. Die Anhänger der Kandidaten kommen auf Parteiversammlungen zusammen und stimmen nach eingehender Diskussion ab. Die Wahl ist zahlenmäßig als eine von mehr 50 Vorwahlen kaum bedeutend. Die erste Abstimmung hat dennoch Signalwirkung.

Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaates Maryland, Martin O'Malley, steigt derweil aus dem Rennen der Demokraten um das Weiße Haus aus. Das bestätigte die Wahlkampfmannschaft O'Malleys. Der Demokrat landete nach stabilen Trends bei den Vorwahlen in Iowa bei nicht einmal einem Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit wird das Rennen der Demokraten zu einem Zweikampf der früheren Außenministerin Hillary Clinton und dem Senator aus Vermont, Bernie Sanders. O'Malley war von Beginn an ohne Chance.

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Quelle: n-tv.de

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