Dienstag, 24. Juni 2008
Von Öl und Gas wegkommen: DIW fordert Energiewende
Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, fordert eine Energiewende in Deutschland. Zwar sei nicht ausgeschlossen, dass die Energiepreise vorübergehend wieder fallen, sagte Kemfert der "Passauer Neuen Presse". Klar sei aber auch, dass die Preise langfristig immer mehr steigen, "wenn wir es nicht schaffen, von Öl und Gas wegzukommen". "Wenn uns aber eine Energiewende gelingt und wir sparsamer mit Rohstoffen umgehen, sind wir auch unabhängiger von steigenden Preisen."
Zum Ölgipfel vom vergangenen Wochenende sagte sie den "Ruhr Nachrichten", das Ergebnis sei enttäuschend: "Man hätte eine deutliche Ausweitung der Ölproduktion vereinbaren müssen, um mindestens zwei Millionen Barrel am Tag. Das hätte den Markt entlastet." Eine Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale zur Entlastung der Bürger lehnt die Energieexpertin ab.
Auch eine Steuersenkung auf Benzin und Energie zielt Kemfert zufolge in die falsche Richtung. "Bei der Steuersenkung tun sich zwei Probleme auf. Der Staat muss zusehen, wie er Einnahmeverluste an anderer Stelle ausgleicht", erklärte die Professorin. "Und ich glaube nicht, dass die Energiepreise tatsächlich günstiger werden, wenn man Steuern senkt." Gerade bei den Benzinpreisen sei es so, dass die Gewinnspannen der Mineralölkonzerne in Deutschland im Vergleich zum europäischen Ausland niedrig seien. "Sie würden mit Sicherheit versuchen, diese Margen zu erhöhen. Am Ende zahlt der Verbraucher genau so viel - zwar weniger Steuern, aber dafür mehr in die Taschen der Mineralölkonzerne", sagte Kemfert.
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