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Seit Monaten wird Nigeria von einer Welle der Gewalt erschüttert.
Seit Monaten wird Nigeria von einer Welle der Gewalt erschüttert.(Foto: AP)

Christen-Verfolgung in Nigeria: Das Morden geht weiter

Der Terror gegen Christen in Nigeria nimmt kein Ende. Bei mehreren Anschlägen werden Dutzende Christen getötet. Unbekannte erschießen 17 Trauergäste in einem Haus. Erst gestern Abend waren sechs Menschen bei einem Anschlag auf eine Kirche in der Stadt Gombe getötet worden.

Die Serie tödlicher Angriffe auf Christen im Norden Nigerias reißt nicht ab: Innerhalb von 24 Stunden wurden knapp 30 Christen getötet, davon 17 bei einem Überfall auf Trauergäste in der Stadt Mubi. Im Namen der islamistischen Sekte Boko Haram bekannte sich ein Anrufer zu den Anschlägen und verwies darauf, ein Ultimatum an die Christen zum Verlassen des Nordens sei abgelaufen.

Der folgenschwerste Überfall ereignete sich in Mubi im Bundesstaat Adamawa. Nach Angaben von Bewohnern stürmten Bewaffnete dort ein Haus, in dem sich Trauergäste aus der christlichen Volksgruppe der Igbo versammelt hatten. Diese wollten Abschied von einem der fünf Toten eines Überfalls vom Vorabend nehmen.

Frauen trauern um Angehörige, die bei den Anschlägen zu Weihnachten getötet wurden.
Frauen trauern um Angehörige, die bei den Anschlägen zu Weihnachten getötet wurden.(Foto: Reuters)

Am Donnerstagabend stürmten Bewaffnete eine Kirche in der Stadt Gombe im Nordosten des Landes und erschossen sechs Menschen, wie Pastor John Jauro sagte. Er habe den Gottesdienst gehalten, als die Angreifer gekommen seien, sagte Jauro, seine Frau sei unter den Toten. "Unsere Augen waren geschlossen, als einige Bewaffnete in die Kirche stürmten und das Feuer auf die Gemeindemitglieder eröffneten." Zehn weitere Menschen seien verletzt worden.

Boko Haram bekennt sich

"Wir sind für die Angriffe von Mubi und Gombe verantwortlich", sagte Abul Qaqa, der sich in den vergangenen Wochen wiederholt im Namen von Boko Haram zu Wort gemeldet hatte. Der von der Regierung verhängte Ausnahmezustand werde Boko Haram nicht daran hindern, "überall hinzugehen, wo wir hingehen wollen".

In Nigeria gab es in den vergangenen Wochen und Tagen vermehrt Angriffe auf Christen. An Weihnachten waren bei mehreren Anschlägen auf Christen mindestens 49 Menschen getötet worden.

"Die Christen werden gezwungen sein, sich selbst gegen Angriffe zu verteidigen", sagte Saidu Dogo, Chef der nördlichen Sektion von Nigerias größter Christen-Organisation CAN. "Wir rufen die Christen nicht zu Angriffen oder Rache auf, aber wir rufen sie auf, wachsam zu sein und sich und ihre Familien gegen Angriffe zu verteidigen." Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, verurteilte die "Mordserie" an Christen in Nigeria.

Quelle: n-tv.de

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