Donnerstag, 23. April 2009
EU-Recht für Neubauten ab 2019: Das "Null-Energie-Haus" kommt
Die EU will im Kampf gegen den Klimawandel die Energieeffizienz von Gebäuden in den kommenden Jahren stark verbessern. Das sieht ein vom Europaparlament gebilligter Richtlinienvorschlag der Brüsseler Kommission vor. Demnach sollen alle Neubauten ab 2019 so genannte "Null-Energie-Gebäude" sein - das heißt, in den Häusern soll so viel erneuerbare Energie erzeugt werden, wie verbraucht wird. Nach der 1. Lesung geht der Vorschlag nun an den Ministerrat, der sich mit dem Parlament auf einen Kompromiss einigen muss.
Erreicht werden sollen die ehrgeizigen Vorgaben etwa durch den Einsatz von Solarthermie, Photovoltaik oder Erdwärme. Vorgesehen sind auch Vorschriften zur besseren Isolierung. Zur Unterstützung privater und öffentlicher Investitionen will die EU einen Energieeffizienz-Fonds einrichten, der aus Mitteln der EU, der Mitgliedsstaaten und der Europäischen Investitionsbank gespeist werden soll. An die EU-Staaten appellierte das Parlament, die Klimaauflagen bei öffentlichen Neubauten bereits vor dem Jahre 2019 zu erfüllen. Dadurch könnten rasch neue Jobs geschaffen werden, sagte der Luxemburger Grüne Claude Turmes.
Für bereits bestehende Gebäude sollen die EU-Staaten nach dem Willen des Europaparlaments selbst verbindliche Zielvorgaben zur Verringerung des Energiebedarfs - und damit des CO2-Ausstoßes - festlegen.
Nach Angaben der Brüsseler Kommission verbrauchen die rund 160 Millionen Gebäude in der EU mehr als 40 Prozent der Primärenergie. Die Neuregelung soll nicht nur das Klima schützen, sondern auch die Geldbeutel der EU-Bürger: Die Preise von Strom sind der Kommission zufolge in den beiden letzten Jahren im EU-Durchschnitt um 15 Prozent gestiegen, die von Erdöl um 21 Prozent und die für Erdgas um 28 Prozent.
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