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Begeisterte katalanische Separatisten beim letztjährigen Nationalfeiertag.
Begeisterte katalanische Separatisten beim letztjährigen Nationalfeiertag.(Foto: REUTERS)

Kataloniens Blick nach Schottland: "Das Referendum ist unaufhaltbar"

Erst Schottland, dann Katalonien: Für den dortigen Präsidenten Mas ist klar, dass Europa Ende des Jahres um zwei unabhängige Staaten reicher sein wird. Kurz vor dem Nationalfeiertag der spanischen Teilregion nimmt er die Europäische Union in die Pflicht.

Ein Referendum in Katalonien über die Unabhängigkeit von Spanien ist nach den Worten des katalanischen Regionalpräsidenten Artur Mas "unaufhaltbar". "Wenn die katalanische Bevölkerung über ihre Zukunft abstimmen will, ist es praktisch unmöglich, das für immer zu verhindern", sagte Mas in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Artur Mas will Katalonien in die Unabhängigkeit führen.
Artur Mas will Katalonien in die Unabhängigkeit führen.(Foto: REUTERS)

"Ich denke, es ist absurd so zu tun, als wäre es möglich, und ich denke, die spanische Regierung muss das einsehen", so Mas kurz vor einer geplanten Großkundgebung für die Unabhängigkeit Kataloniens in Barcelona. Die Organisatoren der Veranstaltung, die am Nationalfeiertag Kataloniens stattfindet, rechnen mit hunderttausenden Teilnehmern. Die Unabhängigkeitsbefürworter planen für den 9. November ein Referendum, das jedoch von der Zentralregierung in Madrid für unzulässig erklärt wurde.

Die Befürworter der Unabhängigkeit Kataloniens erhoffen sich Auftrieb von dem Referendum, das demnächst in Schottland über die Unabhängigkeit von Großbritannien abgehalten wird. Sollte Schottland aus dem Vereinigten Königreich austreten, erwarten sich die Katalanen Aufschluss darüber, welche Auswirkungen ein solcher Schritt auf die EU-Mitgliedschaft hat.

Richtungsweisende Schotten

Mas geht davon aus, dass Schottland in der EU bleiben werde. "Wenn das 'Ja'-Lager gewinnt, da bin ich mir sicher, wird es bald, ja sogar sofort, Verhandlungen geben, um Schottland von einem Verbleib in der Europäischen Union zu überzeugen", sagte er. Die EU-Kommission hat stets darauf verwiesen, dass ein Staat, der durch die Loslösung aus einem Mitgliedsstaat entsteht, einen langwierigen Beitrittsprozess durchlaufen muss wie jedes andere Land auch.

Der katalanische Regionalpräsident sagte, er sei sich "absolut sicher", dass die europäischen Staats- und Regierungschefs im Falle eines Siegs der Unabhängigkeitsbefürworter in Schottland das Ergebnis respektieren würden. "Das ist sehr wichtig für Katalonien, denn das bedeutet: Wenn eine Nation wie Schottland das Recht hat, über seine Zukunft zu bestimmen - warum soll es dann nicht auch Katalonien tun?"

Die autonome Region Katalonien verfügt über ein eigenes Parlament und eine Regierung. Die Region im Nordosten Spaniens, die mit Katalanisch auch eine eigene Sprache hat, erwirtschaftet etwa ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsprodukts.

Quelle: n-tv.de

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