Politik
(Foto: AP)

Anschläge in Paris: Das Wichtigste im Überblick

Was ist passiert?

In der französischen Hauptstadt Paris ist es am Freitagabend zu einer Anschlagsserie gekommen. In der Konzerthalle "Bataclan" kam es zu einer blutigen Geiselnahme mit Dutzenden Opfern. Zudem gab es Explosionen in der Nähe des Stade de France, während die Fußball-Nationalmannschaften von Frankreich und Deutschland gegeneinander spielten. Dabei starben vier Personen, drei von ihnen sollen Attentäter gewesen sein. Vermutet wird, dass die Attentäter ins Stadion eindringen wollten.

Wie viele Opfer gibt es?

Bei der Terrorserie in Paris sind nach jetzigem Stand 128 Menschen getötet worden. Mehr als 180 Menschen wurden nach Angaben aus Ermittlungskreisen verletzt. Darunter sollen etwa 80 Schwerverletzte sein, hieß es. Allein im Theater "Bataclan" soll es rund 100 Tote gegeben haben.

Welche Anschlagsorte gibt es?

Der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt François Molins sprach in der Nacht nach den Angriffen von sechs Anschlagsorten:

  • Konzertsaal "Bataclan" am Boulevard Voltaire
  • Boulevard Voltaire
  • Restaurant "Le Petit Cambodge" / "Café Carillon" in der Rue Alibert
  • "Café Bonne Bière" (Rue du Faubourg du Temple) / Pizzeria "La Casa Nostra"
  • Bar "La Belle Équipe" in der Rue de Charonne
  • Fast-Food-Restaurant am "Stade de France" im Stadtteil Saint Denis

Ein zentraler Angriffspunkt war die Pariser Konzerthalle "Bataclan". (Zur detaillierten Übersicht der Tatorte).

Was ist mit den Attentätern?

Mindestens acht Attentäter sind ums Leben gekommen. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler. Die meisten Angreifer sollen sich nach dem Überfall auf die Konzerthalle "Bataclan" oder bei den Anschlägen in der Nähe des Stadions Stade de France selbst in die Luft gesprengt haben. Befürchtet wird, dass noch Angreifer auf der Flucht sind. Augenzeugen hatten von sechs bis acht Attentätern im "Bataclan" berichtet.

Wie reagiert Frankreich?

Für das ganze Land wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. An Straßen, Zuglinien, Häfen und Flughäfen wurden wieder Grenzkontrollen eingeführt. Der Flug- und Zugverbindungen würden gewährleistet. Die Menschen in Paris wurden aufgerufen, in ihren Wohnungen zu bleiben. In Paris wurden 1500 Reservisten mobilisiert.

Wer steckt hinter den Attentaten?

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich zu den Anschlägen von Paris bekannt. Das Schreiben war zunächst nicht verifizierbar.

Beim Angriff auf die Konzerthalle "Bataclan" sollen die Angreifer einem Augenzeugen zufolge "Allah Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Der 35-jährige Pierre Janaszak, der die Geiselnahme im "Bataclan" miterlebte, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Ich habe deutlich gehört, wie sie zu den Geiseln gesagt haben: 'Hollande ist schuld, euer Präsident ist schuld, er hat nicht in Syrien einzugreifen.'"

Laut n-tv Terrorismusexperte Michael Ortmann hat es sich um einen koordinierten und von langer Hand geplanten Angriff gehandelt. Dass auch das Stade de France angegriffen wurde, wertet Ortmann als gezieltes Signal an die internationale Gemeinschaft. Die Hintergründe des Anschlags seien aber völlig offen, betont Ortmann.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen