Politik
Einmal fleischlos in der Woche - das gefällt den Grünen.
Einmal fleischlos in der Woche - das gefällt den Grünen.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 06. August 2013

Was die FDP von den Veggie-Day-Plänen der Grünen hält: "Das ist eine Ökodiktatur"

Ein fleischloser Tag in der Woche? Kein Problem, das finden zumindest die Grünen. FDP-Vizechefin Miriam Gruß sieht das anders. "Die Grünen schreiben den Menschen vor, wie sie zu leben haben", sagt sie im Interview mit n-tv.de.

Miriam Gruß ist eine der stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden.
Miriam Gruß ist eine der stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden.(Foto: picture alliance / dpa)

n-tv.de: Die Grünen wollen in öffentlichen Kantinen einen fleischfreien Tag einführen. Was halten Sie von einem "Veggie Day", zum Beispiel in der Bundestagskantine?

Miriam Gruß: Jeder Bürger, der einmal in der Woche kein Fleisch essen will, soll das machen können. Aber ich bin absolut dagegen, dass das von oben staatlich verordnet wird.

Wer es nicht aushält, kann doch woanders essen gehen. Was ist so schlimm daran, einmal in der Woche kein Fleisch zu essen?

Die Frage ist doch nicht, was man schlimm daran findet, auf Fleisch zu verzichten. Dafür mag es gute Gründe geben. Aber muss es von einer grünen Ökodiktatur verordnet sein? So etwas muss in Deutschland diskutiert werden. Es kann nicht sein, dass mir jemand sagt: Du darfst einmal in der Woche kein Fleisch essen. Die Menschen müssen durch Aufklärung davon überzeugt werden. Ich wehre mich dagegen, dass sich die Grünen zu den Gutmenschen der Nation aufschwingen und bestimmen, wann ich Fleisch essen darf und wann nicht. In dieser Woche ist es das Fleischverbot an einem Donnerstag, in der nächsten kommt dann etwas Neues. Mit Verboten haben die Grünen es ja. Sie zeigen den Leuten mit erhobenem Zeigefinger, wie sie zu leben haben.

Die Jungen Liberalen demonstrieren gegen den "Veggie Day".
Die Jungen Liberalen demonstrieren gegen den "Veggie Day".(Foto: picture alliance / dpa)

Die Grünen sehen den "Veggie Day" als Zeichen gegen Massentierhaltung und Tierquälerei. Ist es nicht positiv, sich dafür zu engagieren, etwas bewusster Fleisch zu konsumieren?

Sicherlich, auch die FDP ist gegen Massentierhaltung und Tierquälerei. Die Forderung an sich ist nicht falsch, aber die Grünen lassen keine Toleranz zu.

Können Sie sich vorstellen, dass die CDU bei einem "Veggie Day" mitmachen würde?

Nein.

Die FDP beklagt ja häufig die Regelungswut der anderen Parteien. Der liberale Gesundheitsminister fordert derweil, dass Kinder zwangsweise gegen Masern geimpft werden sollten. Passt es zur FDP, so etwas zu regulieren?

Man kann nicht Äpfel und Birnen vergleichen. Bei den Masern geht es um eine ernsthafte Krankheit, die sich immer weiter ausbreitet. Die Grünen glauben immer zu wissen, was für alle am besten ist. Da passt es auch rein zu sagen: Lasst euer Kind sich mal mit Masern infizieren, dann hat es die Krankheit hinter sich. Wir sind ganz klar dafür, dass die Gesundheit von Kindern oberste Priorität haben muss. Diese Laissez-faire-Ideologie, die sich da etabliert hat beim Thema Masern, wollen wir nicht dulden. Es handelt sich schließlich um eine extrem gefährliche Krankheit. Daher ist das Thema auch nicht zu vergleichen mit Fleischkonsum.

Mit Miriam Gruß sprach Christian Rothenberg

Quelle: n-tv.de

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