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(Foto: dapd)

Ein Jahr nach Bekanntwerden: Demos erinnern an NSU-Opfer

Jahrelang können drei Rechtsextreme Einwanderer in ganz Deutschland ermorden. Trotz konkreter Hinweise werden sie nicht von den Ermittlern gefasst. Ein Jahr, nachdem die Zelle auffliegt, demonstrieren Tausende gegen Rassismus.

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Ein Jahr nach dem Auffliegen der rechtsextremen Terrorzelle NSU haben bundesweit Tausende Menschen an die Mordopfer erinnert. In Berlin versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 1600 Demonstranten unter dem Motto "Das Problem heißt Rassismus". Sie wollten vor eine Zweigstelle des Bundeskriminalamts ziehen. Die Demonstranten forderten auf Plakaten unter anderem die Abschaffung des Verfassungsschutzes, dem sie Versagen bei der Aufklärung der NSU-Verbrechen vorwarfen. In rund 30 Städten hatte ein Protestbündnis zu Demonstrationen und Gedenkaktionen aufgerufen.

In Berlin wurden zum Auftakt der Demonstration zunächst die Namen der Opfer des Trios namens Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verlesen. Die Gesichter und Namen der Opfer waren auch auf weißen T-Shirts zu sehen, die einige Teilnehmer trugen. Neun Morde an Einwanderern sowie ein Mord an einer deutschen Polizistin werden den drei mutmaßlichen Tätern zur Last gelegt.

Im thüringischen Jena zogen etwa 250 Demonstranten friedlich durch die Innenstadt. Das Trio stammt aus Jena. Im sächsischen Zwickau, wo die drei Neonazis lange Zeit untergetaucht waren, sei es dagegen trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, eine Aktion zu initiieren, sagte ein Sprecher des Bündnisses.

Am 4. November 2011 hatten sich die Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Eisenach nach einem Bankraub erschossen. Ihre mutmaßliche Komplizin Beate Zschäpe stellte sich vier Tage später der Polizei. Gegen Zschäpe soll in Kürze Anklage erhoben werden. Die Ermittlungspannen bei der Aufklärung der Taten beschäftigen mehrere Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern.

Quelle: n-tv.de

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