Politik

Belgiens Polizei fahndet via Youtube: Der "Mann mit dem Hut" gibt weiter Rätsel auf

Handelt es sich bei dem dritten Terroristen vom Brüsseler Flughafen doch nicht um den verhafteten Fayçal C.? Wie aus Ermittlerkreisen verlautet, verweigert er bislang die Aussage. Ein Fahndungsvideo soll nun helfen, ihn eindeutig zu identifizieren.

Fast eine Woche nach den Anschlägen in Brüssel ist die Identität der Attentäter offenbar noch immer nicht vollends geklärt. Die unter gewaltigem Druck stehenden Ermittler veröffentlichten am Montag ein neues Video vom mutmaßlichen dritten Flughafen-Attentäter - dem sogenannten Mann mit Hut.

Nach dem dritten Flughafen-Attentäter, der nach den Anschlägen entkommen war, wurde schon seit Dienstag mit einem Überwachungsfoto gefahndet. Darauf ist der Mann mit Hut und heller Jacke neben den zwei späteren Selbstmordattentätern Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui zu sehen. Er schiebt einen Gepäckwagen und trägt eine helle Jacke und einen dunklen Hut. Zwischenzeitlich hatten belgische Medien gemeldet, dass der dritte Gesuchte gefasst sei und geschrieben, es handele sich um den am Freitag festgenommenen Fayçal C.. Gegen ihn wurde wegen des Verdachts auf Beteiligung an terroristischen Morden Haftbefehl erlassen.

Die Staatsanwaltschaft hat bislang jedoch nur bestätigt, dass der in Brüssel festgenommene Mann eines Terroranschlags beschuldigt wird. Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, verweigerte er bislang die Aussage. Um ihn eindeutig als den dritten Flughafen-Attentäter zu identifizieren, sei nun auch das Video veröffentlicht worden.

Am Dienstag vergangener Woche hatten sich Laachraoui und Ibrahim El Bakraoui am Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt, Ibrahims Bruder Khalid El Bakraoui beging rund eine Stunde später in einer U-Bahn-Station im Europaviertel ein Selbstmordattentat. Ein weiterer Mann, der auf Überwachungsbildern aus der U-Bahn zu sehen war, ist flüchtig.

Drei Haftbefehle gegen Verdächtige

Derweil haben die Behörden nach erneuten Anti-Terror-Razzien drei weitere Verdächtige wegen Terrorverdachts beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft stellte drei Haftbefehle wegen der "Beteiligung an Handlungen einer Terrorgruppe" aus. Yassine A., Mohamed B. und Aboubaker O. waren am Sonntag nach Hausdurchsuchungen in Brüssel und den Städten Mechelen und Duffel nördlich der Hauptstadt festgenommen worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es bei den drei Beschuldigten "keine direkte Verbindung" zu den Anschlägen in Brüssel. Eine direkte Verbindung gibt es dagegen offenbar bei dem Algerier Djamal Eddine Ouali, der am Samstag in Italien festgenommen wurde. Er wird verdächtigt, Pässe für die Attentäter von Brüssel und Paris gefälscht zu haben. Er verweigert nach Angaben aus italienischen Justizkreisen aber bislang die Aussage.

Derweil hat sich die Zahl der Todesopfer nach den Brüsseler Anschlägen laut Staatsanwaltschaft auf 35 erhöht. 31 Menschen seien am Dienstag am Flughafen oder in der U-Bahn getötet worden, vier weitere erlagen später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, hieß es. Die drei Selbstmordattentäter wurden bei diesen Zahlen nicht mitgerechnet.

Weitere Terrorverdächtige wurden in Belgien und den Niederlanden im Zusammenhang mit Anschlagsplänen in Frankreich festgenommen. In Rotterdam wurde am Sonntag ein Franzose festgenommen, in Brüssel sitzen zudem zwei Verdächtige in Untersuchungshaft. Sie sollen an den Anschlagsplänen des Franzosen Reda Kriket beteiligt gewesen sein, der am Donnerstag bei Paris festgenommen worden war. Kriket gehörte der gleichen belgischen Islamistenzelle an wie der Drahtzieher der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud.

Quelle: n-tv.de

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