Politik

Flucht aus Serbien und Afghanistan: Deutlich mehr Asylbewerber

Besonders aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina zieht es die Menschen im vergangenen Jahr nach Deutschland, aber auch aus Syrien. Obgleich die Zahl der Asylbewerber 2012 im Vergleich zum Vorjahr deutlich ansteigt, bleibt sie weit hinter denen der 90er Jahren zurück.

In der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in München.
In der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in München.(Foto: dpa)

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist im vergangenen Jahr stark angestiegen. Nach Angaben der Zeitung "Die Welt" wurden 2012 beim zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 64.539 Anträge auf Asyl gestellt. Dies war ein Anstieg um fast 19.000 Anträge im Vergleich zum Vorjahr, als es 45.741 Ersuchen gegeben hatte. Trotz des starken Zuwachses liegt die Zahl 2012 immer noch weit unter den Spitzenwerten der 1990er Jahre, als pro Jahr über 100.000 Asylbewerber nach Deutschland kamen.

Die Zahl der Erstanträge sei vor allem in der zweiten Jahreshälfte angestiegen, berichtete die Zeitung. Im Oktober beantragten demnach fast 10.000 Menschen in Deutschland Asyl. Im November habe der Trend mit fast 9000 Anträgen noch angehalten. Im Dezember sei die Zahl jedoch deutlich auf 4880 zurückgegangen.

Hauptherkunftsland im vergangenen Jahr war laut "Welt" Serbien mit 8477 Antragstellern. Hier habe es eine Steigerung von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegeben. Zweites Hauptherkunftsland war dem Bericht zufolge 2012 Afghanistan. Die Zahl der Erstanträge lag mit 7498 ungefähr so hoch wie im Vorjahr.

Den steilsten Anstieg verzeichneten Mazedonien mit über 300 Prozent und Bosnien-Herzegowina mit einem Plus von rund 560 Prozent. Auch die Zahl von Antragstellern aus Syrien nahm dem Bericht zufolge stark zu und stieg um etwa 135 Prozent im Vergleich zu 2011.

Insgesamt 8764 Personen erhielten dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention. Das waren 14,2 Prozent aller Asylbewerber. Davon kam niemand aus Serbien, Mazedonien oder Bosnien-Herzegowina. Am höchsten war die Erfolgsquote laut "Welt" bei Menschen, die aus dem Irak nach Deutschland kamen. Zudem erhielten 8376 Personen, also 13,5 Prozent, ein Abschiebeverbot, um sie zu schützen. Dazu gehörten 5480 Syrer. Die Anträge von 30.700 Personen wurden abgelehnt. Über 45.462 Erstanträge war Ende Dezember noch nicht entschieden.

Quelle: n-tv.de

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