Politik

Computerpanne zur Anlage KAPDeutsche Finanzämter gelähmt

27.02.2010, 08:34 Uhr

Tausende Bundesbürger müssen auf die Bearbeitung ihrer Einkommensteuererklärung für 2009 einige Wochen länger warten als sonst üblich. Grund dafür ist eine Computerpanne, wodurch die "Einkünfte aus Kapitalvermögen" nicht richtig berechnet werden können.

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(Foto: picture-alliance/ ZB)

Tausende Bürger in allen Bundesländern müssen bei der Bearbeitung ihrer Einkommensteuererklärung für 2009 mit erheblichen Verzögerungen rechnen. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums sind Bürger betroffen, die eine Steuererklärung mit der Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) beim Finanzamt einreichen. Die Software zur Bearbeitung der Anlage funktioniere nicht, die gesamte Steuererklärung könne nicht bearbeitet und eine mögliche Steuererstattung nicht berechnet werden.

Nach Angaben des NRW-Finanzministeriums steht das normale Festsetzungsprogramm zur Veranlagung der Einkommenssteuer 2009 den Finanzämtern seit Anfang Februar zur Verfügung. Bis zu diesem Zeitpunkt seien Änderungen im Steuerrecht, die der Bund erst zum Jahresende verabschiedet habe, normalerweise in die Programme eingearbeitet. Die neue Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent - die Banken ziehen seit 1. Januar 2009 Steuern auf Zinsen und andere Kapitalerträge direkt von den Einnahmen ab - sorge hier für Schwierigkeiten bei der Berechnung der Anlage KAP.

Nur ein paar Wochen Geduld

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

In den NRW-Finanzämtern werde die Software zur Bearbeitung der Anlage KAP voraussichtlich erst Anfang der zweiten Märzwoche einwandfrei laufen, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums dem "Westfalen-Blatt". Der Steuerzahler müsse somit Geduld aufbringen. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler hatten die Finanzbehörden mehr als ein Jahr Zeit, sich auf die Abgeltungssteuer einzustellen.

Die große zeitliche Verzögerung sei nicht nachvollziehbar, sagte Doris Meierjohann vom NRW-Steuerzahlerbund der Zeitung. Bundesweit werden jährlich rund 26 Millionen Steuererklärungen abgegeben. Vor Einführung der Abgeltungssteuer betrug der Anteil der Erklärungen mit einer Anlage KAP knapp 25 Prozent. Die Finanzbehörden rechnen aufgrund der Abgeltungssteuer mit einem Rückgang.

Quelle: dpa