Samstag, 10. November 2007
Vielflieger Gabriel und das Klima: Deutsche sollen zu Hause bleiben
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat einen besonnenen Umgang mit Fernreisen angeregt. "Kann man nicht auch heimatnah seinen Urlaub verbringen? Deutschland kann auch spannend sein", sagte Gabriel am Rande der Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins in Fürth. Es sei keineswegs langweilig, in Deutschland Urlaub zu machen.
Deutschland und die Nachbarländer hätten durchaus ihre spannenden Seiten und könnten mit zahlreichen Ländern mithalten. Viele Menschen würden diese Seiten jedoch gar nicht kennen, weil sie ihre Ferien eher im fernen Ausland verbrächten, sagte der SPD-Politiker. "Wir müssen das Image des Tourismus in Deutschland und den Nachbarländern verbessern", forderte er. Ein Verzicht auf unnötige Fernreisen sei ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz: "Die Klimapolitik der Bundesregierung bringt am Ende nichts, wenn keiner mitmacht."
Um Flugreisen teurer und damit unattraktiver zu machen, regte Gabriel erneut die Einführung einer Kerosin-Steuer an. "Wir müssen dafür sorgen, dass es nicht kostenlos ist, Treibhausgase auszustoßen", sagte er. Eine Kerosinbesteuerung sei vor allem deshalb nötig, weil der Flugverkehr in den kommenden Jahren rasant zunehmen werde. "Dadurch wird ein Viertel aller unserer Klimaschutzbemühungen zunichte gemacht werden", warnte er. Ohnehin sei es den Menschen nur schwer vermittelbar, wieso der Flugverkehr gar nicht, der umweltfreundliche Bahnverkehr jedoch voll besteuert werde.
Gabriel begrüßte in diesem Zusammenhang den Vorstoß der Europäischen Union, bis 2012 den Flugverkehr in den Emissionshandel einzubeziehen. Dieser Schritt könne Luftfahrtunternehmen dazu anregen, neue, verbrauchsärmere Triebwerke und Treibstoffe zu entwickeln, die die Umwelt weniger belasteten.
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