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(Foto: picture alliance / dpa)

Auch SPD-Anhänger gegen Kraftwerke: Deutsche wollen Kohle-Ausstieg

Die Kampagne der Umweltschützer von Greenpeace geht weiter: Nachdem sie vor Kurzem eine Studie zu Gesundheitsrisiken von Kohlekraftwerken veröffentlichten, haben sie nun die Deutschen nach ihrer Meinung befragt. Und die sagen mit großer Mehrheit: Die Kohle sollte schon bald Vergangenheit sein.

Einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge wollen vier von fünf Deutschen den raschen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Laut der TNS-Emnid-Umfrage sind auch rund 80 Prozent der SPD-Anhänger für das Aus des Klimakillers – obwohl die Sozialdemokraten traditionell hinter dem Bergbau stehen. Greenpeace forderte die SPD auf, auf ihrem Parteitag am Sonntag den Kohleausstieg zu beschließen.

Greenpeace hatte vor Kurzem eine Studie veröffentlicht, nach der jedes Jahr in Deutschland rund 3100 Menschen an den Schadstoffen deutscher Kohlekraftwerke sterben.

In der repräsentativen Umfrage forderten 34 Prozent das Ende der Kohleverstromung bis 2030. Insgesamt 80 Prozent aller Befragten wollen das Stopp bis spätestens 2040. "Ohne Kohleausstieg ist die Energiewende nur eine halbe Wende", sagte Greenpeace-Energieexperte Gerald Neubauer. "Wir können auf die Kohle verzichten." Notwendig seien dafür der zügige Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energie-Einsparungen und der Einsatz flexibler Gaskraftwerke.

Die SPD tut sich schwer mit dem Thema. Laut Greenpeace unterstützt sie in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg neue Kohlekraftwerke und Braunkohletagebaue. Im Entwurf für das Wahlprogramm heißt es: "Wir setzen aber ebenso auf konventionelle Energieerzeuger wie Kohle- und Gaskraftwerke als Brückentechnologie."

Zwischen Sozialdemokraten und Grünen ist laut "Welt" derweil ein Streit über ein künftiges Energieministerium entbrannt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) warnte demnach parteiintern, die Zuständigkeit dafür einem Koalitionspartner zu überlassen. "In einer großen Koalition wäre die Schaffung eines Energieministeriums einfacher" als mit den Grünen, zitierte die Zeitung einen nicht genannten SPD-Politiker. Denn die Grünen wollen die Energie-Zuständigkeit einem Super-Umweltminister übertragen, wie ihr Spitzenkandidat Jürgen Trittin betonte.

Quelle: n-tv.de

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