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Deutschland stellt rund ein Drittel der Besatzung der Bündnis-Awacs.
Deutschland stellt rund ein Drittel der Besatzung der Bündnis-Awacs.(Foto: picture alliance / dpa)

Awacs-Flugzeuge gegen den IS: Deutscher General will Nato-Einsatz in Syrien

Eine mögliche Beteiligung der Nato am Kampf gegen den IS ist in Deutschland umstritten. Einer der höchsten deutschen Generäle stellt sich nun offen hinter die Position der USA. Selbst Russland könne ein Interesse an dem Einsatz haben, meint er.

Der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse unterstützt den US-Wunsch, das transatlantische Militärbündnis am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu beteiligen. "Aus militärischer Sicht können meine Kommandeurs-Kollegen und ich den Verteidigungsministern nur raten, einem Einsatz von Awacs-Flugzeugen unter Nato-Kommando zuzustimmen", sagte er der Zeitung "Die Welt".

Die mit moderner Radar- und Kommunikationstechnik ausgestatteten Spezialmaschinen könnten von "entscheidender Bedeutung" sein und die Kampfkraft der internationalen Anti-IS-Koalition verbessern. Die Nato-Zentrale in Brüssel hatte vor zwei Wochen die US-Bitte bestätigt, der von ihr geführten Koalition Awacs-Flugzeuge zur Verfügung zu stellen. Eine Entscheidung über die Anfrage könnte beim Nato-Verteidigungsministertreffen am kommenden Mittwoch und Donnerstag in Brüssel fallen.

Auf Deutschland würde weiterer Einsatz zukommen

Ob die für einen Bündniseinsatz notwendige Einstimmigkeit der Alliierten zustande kommt, ist unklar. Vor allem Deutschland hatte sich gegen eine direkte Nato-Beteiligung am Kampf gegen den IS ausgesprochen. Als Grund wurde genannt, dass ein Bündnisengagement die Friedensbemühungen im Syrien-Konflikt erschweren könnte. Auf die Bundeswehr würde durch ein "Ja" zur US-Anfrage voraussichtlich ein zusätzlicher Auslandseinsatz zukommen, für den ein Bundestagsmandat notwendig ist. Deutschland stellt rund ein Drittel der Besatzungsmitglieder für die 16 Bündnis-Awacs.

Nach Einschätzung von Domröse könnten die Nato-Flugzeuge bei Einsätzen über Syrien und dem Irak zur Luftraumüberwachung und als fliegende Kommandozentrale eingesetzt werden. "Sie würden die Koordinierung von Luftangriffen gegen den IS verbessern und die Gefahr von Unfällen oder überschneidenden Routen zwischen Kampfflugzeugen verschiedener Nationen, die sich im Luftraum über Syrien befinden, deutlich verringern", erklärte der Deutsche, der als Vier-Sterne-General die Nato-Kommandozentrale im niederländischen Brunssum leitet.

Selbst die unabhängig von der US-geführten Anti-IS-Koalition agierenden Russen müssten an einem Einsatz der Nato-Awacs Interesse haben. Er könne das Konfliktpotenzial im Luftraum erheblich senken, argumentierte Domröse.

Quelle: n-tv.de

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