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Viele Flüchtlinge sind bereits in Camps der syrischen Nachbarstaaten untergebracht. Jetzt ist Europa an der Reihe.
Viele Flüchtlinge sind bereits in Camps der syrischen Nachbarstaaten untergebracht. Jetzt ist Europa an der Reihe.(Foto: dpa)

"Wir müssen noch mehr tun" : Deutschland diskutiert Asylpolitik

Der Bürgerkrieg in Syrien zwingt die Bevölkerung ihr Land zu verlassen. Vor allem Frauen und Kinder machen sich auf den Weg nach Europa. Die Nachricht von einem bevorstehenden Militärschlag verstärkt den Flüchtlingsstrom noch. Die Bundesregierung hat sich jetzt bereit erklärt 5000 Syrer aufzunehmen- nach Meinung vieler Menschen ist das zu wenig.

In Deutschland wird die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien weiterhin diskutiert. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat sich kurz vor der Ankunft von 5000 Syrern in Deutschland für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland ausgesprochen. "Wir erleben hier die größte humanitäre Katastrophe des noch jungen Jahrhunderts. Von daher sind 5000 Menschen, die in Sicherheit gebracht werden - davon 500 in Niedersachsen - natürlich zu wenige", sagte er.

In München protestieren die Menschen gegen die Asylpolitik der Bundesregierung.
In München protestieren die Menschen gegen die Asylpolitik der Bundesregierung.(Foto: dpa)

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, forderte angesichts der dramatischen Lage in Syrien, mehr Flüchtlinge aus dem Land aufzunehmen. Er sei zwar dankbar, dass Deutschland bislang der Aufnahme der Syrer zugestimmt habe. Er sei aber überzeugt: "Wir können und müssen noch mehr tun!" Zollitsch plädierte für eine abgestimmte Politik zur Aufnahme der Flüchtlinge: "Gefordert sind hier Großzügigkeit und ein fairer Lastenausgleich." Unionschef Volker Kauder sprach sich ebenfalls für eine Aufnahme von mehr Syrern aus.

In der kommenden Woche landen in Hannover die ersten syrischen Flüchtlinge, die der  Bund per Charterflug aus der Krisenregion holt. Die Regierung hatte sich im Frühjahr bereiterklärt, 5000 Flüchtlinge aus Syrien zusätzlich aufzunehmen. Neben Niedersachsens Pistorius plädieren auch weitere Länder-Innenminister dafür, die Zahl zu erhöhen. Die Bundesregierung plant das aber nicht, sondern appelliert vielmehr an die anderen EU-Staaten, ihr Engagement zu erhöhen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) fordert angesichts des möglicherweise bevorstehenden Militärschlages in Syrien eine europäische Flüchtlings-Konferenz.

70.000 mehr Syrer in Deutschland?

Dabei gehen andere europäische Länder bereits mit gutem Beispiel voran. Vor allem in Italien reißt der Flüchtlingsstrom nicht ab. Allein am Wochenende erreichte ein weiteres Boot mit 293 syrischen Flüchtlingen die Stadt Augusta auf Sizilien. Unter ihnen waren 58 Frauen und 111 Minderjährige. Italien reagiert schon seit Jahren auf die nicht endend wollenden Migranten, vornehmlich aus Afrika, mit Hilflosigkeit.

Schweden hat nun eine eigene Antwort auf die Flüchtlinge aus Syrien gefunden. Das skandinavische Land hat sich bereit erklärt alle Asylbewerber aus Syrien auf unbefristete Zeit aufzunehmen. Mit einem Schlag stieg die Einwohnerzahl deshalb um rund 8.000 Menschen. Setzt man diese Zahl in Relation zur Einwohnerzahl, müsste Deutschland bis zu 70.000 Syrer den Asylantrag gewähren.

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Quelle: n-tv.de

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