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Flüchtlinge am Berliner Lageso (Archivbild).
Flüchtlinge am Berliner Lageso (Archivbild).(Foto: imago/Jens Jeske)

Zwei Millionen Menschen: Deutschland erlebt Rekordzuwanderung

Die Flüchtlingswelle sorgt 2015 in der Bundesrepublik für einen Wanderungsüberschuss oberhalb der Millionenmarke. Laut Statistischem Bundesamt verdoppelt sich damit der Saldo im Vergleich zu 2014.

Im vergangenen Jahr sind knapp zwei Millionen Flüchtlinge und andere ausländische Zuwanderer nach Deutschland gekommen. Gleichzeitig zogen rund 860.000 Ausländer wieder fort, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Damit lag der Wanderungssaldo, also die Differenz zwischen Zu- und Fortzügen, bei 1,14 Millionen. Das ist der höchste jemals gemessene Wanderungsüberschuss von Ausländern in der Geschichte der Bundesrepublik.

2014 hatte es rund 1,3 Millionen Zuzüge und 766.000 Fortzüge von Ausländern gegeben. Der Wanderungssaldo betrug damit 577.000. Im vergangenen Jahr hat er sich laut Statistikamt wegen der starken Zuzüge von Flüchtlingen nunmehr verdoppelt.

Bis 2014 sei die Entwicklung der Zuwanderung zum großen Teil durch die steigenden Wanderungsbewegungen mit anderen EU-Ländern bestimmt gewesen, was mit einem hohen Anteil an vorübergehenden Aufenthalten verbunden gewesen sei. Jetzt werde die Zuwanderung vor allem durch schutzsuchende Flüchtlinge bestimmt. Die Daten basieren auf einer Schnellschätzung auf Grundlage der bislang vorliegenden Zahlen für 2015.

Koalitionsgeplänkel um Mehrausgaben

Derweil ist in der Großen Koalition ein Streit über die Mehrausgaben für die Integration der Flüchtlinge ausgebrochen. Während die SPD für sich reklamiert, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble fünf Milliarden Euro abgerungen zu haben, hält die Union dagegen. In Wahrheit seien es nur zwei Milliarden, sagte Chefhaushälter Eckhardt Rehberg der "Rheinischen Post".

Sein Gegenüber von der SPD, Fraktionsvize Carsten Schneider, hatte am Sonntag seine Partei für die eigene Durchsetzungsfähigkeit gelobt. "Das ist eine ordentliche Summe. Der Finanzminister hat das vor zwei Wochen noch erbarmungswürdig genannt. Jetzt hat er sich auf die SPD zubewegt", meinte Schneider.

Am Mittwoch sollen die Eckwerte des Haushalts 2017 und die Finanzplanung bis 2020 vom Kabinett beschlossen werden. Die Sozialdemokraten verlangen mehr Geld für Kindergärten und den sozialen Wohnungsbau. Neben den Asylbewerbern soll auch die einheimische Bevölkerung davon profitieren, um den sozialen Frieden zu erhalten.

Quelle: n-tv.de

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